Erlassene Spritsteuer statt Böller zur Finanzierung der Retter? Skip to content
ICE-SAR, rescue boat Fáskrúðsfjörður, björgunarsveitin Gesli
Photo: Björgunarsveitin Geisli, Facebook.

Erlassene Spritsteuer statt Böller zur Finanzierung der Retter?

Im ostisländischen Fáskrúðsfjörður wundert man sich beim regionalen Rettungsteam, warum die isländische Umweltbehörde sich so vehement gegen den Kauf von Feuerwerkskörpern ausgesprochen hat. Bislang sei kein zufriedenstellender Weg gefunden worden, um die Arbeit der freiwilligen Retter zu finanzieren. Dabei könnte der Staat in Sachen Kraftstoffsteuer durchaus helfen, berichtet RÚV.

Die Ortsgruppe Geisli im Fáskrúðsfjörður finanziert sich fast ausschliesslich durch den Verkauf von Feuerwerkskörpern, zu Silvester und für den sogenannten þrettánda, dem Tag, wenn die Weihnachtszeit mit einem Feuerwerk offiziell zuendegeht.

Fliegen verschmutzt mehr als Böllern
Man habe bislang nicht erlebt, dass die Umweltbehörde sich mit solcher Vehemenz gegen andere Umweltverschmutzungen einsetze, so Óskar Þór Guðmundsson, der Leiter der Seenotrettungseinheit im Fjord. “Ich habe noch nie solche Aktionen von der Umweltbehörde erlebt, etwa dass die Leute nicht fliegen. Weil durchs Fliegen sicher viel mehr Umweltverschmutzung entsteht als durch diese Feuerwerkskörper.” meint Óskar. Aber natürlich sei es schwierig, die Umweltbehörde zu kritisieren, weil sie ja nur ihren Job mache.
Bislang sei es nirgendwo gelungen, einen anderen Finanzierungsweg für die freiwilligen Rettungseinheiten im Land zu finden, der Feuerwerksverkauf bringt einfach die meisten Einnahmen. “Und wenn es gelingt, den Feuerwerksverkauf in Island zu verringern, dann hat das direkte Auswirkungen darauf, wie gut die Rettungsteams für ihre Aufgaben gerüstet sind.”

Staat könnte Spritsteuer spenden
Allerdings könnte der isländische Staat durchaus etwas für die Freiwilligen tun. Die Ortsgruppe Geisli fungiert als wichtiges Bindeglied für die Sicherheit der Seeleute in der Region. Dafür verfügt das Team über ein PS-starkes Schnellboot. Der Betrieb dieses benzinbetriebenen Bootes könnte erleichtert werden, wenn die Retter nicht auch noch Wegezoll in Form von Kraftstoffsteuer zahlen müssten. Zum Jahreswechsel war diese um 8% angehoben worden.

“Wenn ich das Boot volltanke, dann kostet das unser Rettungsteam sicher um die 250-260.000 ISK (1.640-1.700 Euro) an Benzin. Und davon gehen zwischen 120-130.000 ISK (780-850 Euro) direkt an den Staat. Wenn der Staat uns nur das ersparen würde, wäre uns schon viel geholfen,” schlägt Óskar vor.

 

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