Image: Jóhann Páll Ástvaldsson | Iceland Review

Erdrutsch an der Reynisfjara – Strand gesperrt

 In Gesellschaft, Natur und Reisen

Der Erdrutsch, der am Dienstag am Strand Reynisfjara im Südland niedergegangen war, misst etwa 100 Meter in der Breite und ist vom Fuss des Berges an um die 50 Meter ins Meer gerutscht. Die grössten Geröllbrocken massen etwa drei Meter im Durchmesser. Die durchschnittliche Dicke der Gerölllawine betrug fünf Meter und drei Meter im Durchmesser.

Die isländische Wetterbehörde sieht es als glücklichen Umstand, dass zum Zeitpunkt des Lawinenabgangs niemand am Ort gewesen ist, berichtet RÚV.

Bislang ist nicht bekannt, was den Erdrutsch ausgelöst hat. Am Vortag hatte sich eine kleinere Gerölllawine etwas näher an der Reynisfjara gelöst, die offenbar Vorbotin des grossen Erdrutsches gewesen ist. Man weiss, dass Erdbeben und schwere Regenfälle solche Erdrutsche verursachen können. Sie sind auch am Reynisfjall bekannt. In den vergangenen zehn Jahren sind drei solcher Gerölllawinen abgegangen, die Touristen in Gefahr bringen können, heisst es auf der Webseite der Wetterbehörde. Regelmässig stürzen auch Grantiblöcke vom Berg, welche Unfälle verursachen können.

Am vergangenen Montag wurden ein Mann und ein Kind verletzt, als sich die kleinere Lawine vom Berg löste und an den Strand abging. Die südisländische Polizei sperrte daraufhin den östlichen Teil des beliebten Strandes. In den kommenden Tagen muss mit dem Abgang weiterer Geröllmassen gerechnet werden, denn am Berg sind Spalten sichtbar geworden, die intensiv überwacht werden. Es ist jedoch schwierig vorherzusagen, wann sich dort Geröll löst und an den Strand rutscht.

Der isländische Zivilschutz hat den Zugang zu dem Strandabschnitt östlich des Hálsnefsfjall bis morgen gesperrt. Dann soll die Lage erneut überprüft werden. Am morgigen Freitag findet auch ein Treffen der Landbesitzer mit der isländischen Strassenverwaltung statt, wo die nächsten Schritte und Massnahmen besprochen werden sollen.

Der Strand Reynisfjara gehört zu den besuchtesten Regionen in ganz Island, hier finden sich Teilnehmer organisierter Gruppenreisen wie auch Einzelreisende ein, um Strand und Felsen im Meer zu bewundern.

Am Dienstag wurden die Sperrungen respektiert, schreibt RÚV, doch gestern hatte die Polizei 30 Touristen aus der unmittelbaren Gefahrenzone wegholen müssen. Sigurður Sigurbjörnsson, der wachthabende Polizist der südisländischen Polizei, bezeichnete es als schwierig, das Gebiet gesperrt zu halten.

Ein Experte des Wetterdienstes gab, bislang seien keine finanziellen Mittel bereitgestellt worden, um die Erdrutschgefahr an der Reynisfjara oder an anderen vielbesuchten Touristenorten zu überwachen.

 

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