Erdbeben an der Askja Skip to content
Askja, Viti, Öskjuvatn, volcano
Photo: Dagmar Trodler. Askja and Viti, august 2023.

Erdbeben an der Askja

Gestern Morgen hat sich im Vulkan Askja im Norden Islands eine Erdbebenserie mit Ursprung nordwestlich der Bergkette Dyngjufjöll ereignet. Das stärkste Beben wurde gegen 10.40 Uhr mit einer Stärke von M3,5 aufgezeichnet.

Der Vulkanologe Ármann Hösk­ulds­son kommentierte, die Zeit bis zum nächsten Ausbruch der Askja habe sich lange hingezogen, und nun gebe es klare Hinweise auf Vorgänge, die mit einem Ausbruch enden würden. „Das kann gar nicht anders enden,“ sagt Ármann. „Wir warten natürlich schon lange auf sie. Sie hat sich eigentlich schon seit 2012 ausgedehnt, denn damals hat sie mitten im Winter das Eis geschmolzen, was eigentlich nicht möglich ist, ausser du erhitzt das Wasser.“

Leichte Magma endet explosiv
Auch im Winter 2023 hatten steigende Temperaturen an der Askja Fachleuten Rätsel aufgegeben. Im letzten Sommer hatte sich das Gebiet rund um die Askja angehoben, und man war auf allerlei gefasst gewesen, dann verlangsamte der Prozess sich und kam schliesslich im Herbst zum Stillstand.
Die Briten betreiben ein dichtes und exaktes Messgerätenetz in der Region und hatten schon seit einigen Jahren darauf hingewiesen, dass sich unter der Askja Magma befindet, die leichter sei als andere Magma. Wenn diese Magma sich nach oben in Bewegung setzt, endet dies mit einer explosiven Eruption, ob gross oder klein, das sei unmöglich zu sagen, so Ármann.

Ungewöhnlicher Vulkan
Eins der drei Messgeräte zeigt keine Landhebung an, was Wissenschaftlern trotz der Tatsache, dass es in Askjas Geschichte schon mehrfach Landhebungen- und senkungen ohne folgenden Ausbruch gegeben hat, Kopfzerbrechen bereitete. Doch das findet Ármann nun weniger merkwürdig, immerhin handle es sich bei der Askja auch um einen ungewöhnlichen Vulkan.

„Weil es da diese riesige Spalte gibt, die die Caldera bildet, da sieht man natürlich andere Dinge, je nachdem, ob man sich innerhalb der Caldera befindet, oder ausserhalb. Und besser macht es die Lage nicht, dass wir da oben einen ganzen See in der Caldera haben, und am Boden des Sees gibt es keine Messgeräte. Wir wissen also eigentlich nicht, was sich dort am Boden der Askja tut.“

Öskjuvatn erstreckt sich über 11 Quadratkilometer, die Caldera misst  45 Quadratkilometer.

Tephra bis in die Westfjorde und Polen
Der Hauptvulkan Askja ist bis zum schweren Ausbruch im Jahr 1875 unbekannt gewesen. Am 29. März schleuderte eine subplinianische Eruption eine zerstörerische Wolke aus Tephra und Asche über die Insel und vergiftete bis in die Westfjorde Weideland und Vieh. Die Aschewolke schaffte es bis nach Schweden, Deutschland und Polen. In der Folge fand eine der grössten Auswandererwellen in der isländischen Geschichte statt. Die am weitesten gereiste Tephra aus der Askja wurde in Rumänien gefunden und stammte aus einem Ausbruch von vor 11000 Jahren. In den Jahren 1921 bis 1930 hatten sich rund neun Lavaausbrüche an der Askja ereignet. Zum letzten Mal war Lava im Jahr 1961 an die Erdoberfläche gestiegen. Erdbeben in der Herðubreið und an der Bergkette Upptyppingar weisen darauf hin, dass sich das gesamte Gebiet in Bewegung befindet.

Die Askja und ihr Umland gehört zu den beliebtesten touristischen Gebieten im Nordteil des zentralen Hochlands. Im vergangenen Sommer hatten Experten Sorge über die Tatsache geäussert, dass es im Fall einer Eruption keinen Fluchtweg aus der Caldera gibt, und auch keine normale Mobilfunkverbindung.

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