Eisbär von Hornstrandir erweist sich als Fehlalarm Skip to content
Photo: Einsame Gegenden wecken Begehrlichkeiten. Hornstrandir in den Westfjorden.

Eisbär von Hornstrandir erweist sich als Fehlalarm

Die Küstenwache hat in der vergangenen Nacht die entlegene Region Hornstrandir in den nördlichen Westfjorden nach einem Eisbären abgesucht, nachdem bei der Polizei der Hinweis einer Wanderergruppe in Hlöðuvík eingegangen war, dass sich dort Spuren eines unbekannten Tieres fänden.
Nach Informationen der Polizei von Ísafjörður ging es bei diesen Spuren um einen grossen Kothaufen.

Eisbären gelangen in der Regel über das Meereseis nach Island. Zur Zeit gibt es kein Meereseis, doch vor etwa 14 Tagen hatte sich das Eis in unmittelbarer Küstennähe von Hornstrandir befunden.
Gegen vier Uhr heute morgen wurde die Suche schliesslich abgebrochen, nachdem man vom Flugzeug aus keine Spuren des Tieres hatte finden können. Inzwischen ist die Kotprobe untersucht worden. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es dabei um Herbivorenkot, möglicherweise von einen Schwan.
Dennoch sollten Wanderer in dem Gebiet stets Vorsicht walten lassen.

Zuletzt kamen Eisbären 2011 und 2016 an Land
Im Jahr 2011 war in Rekavík in den nördlichen Westfjorden ein Eisbär geschossen worden. Wie der zuständige Polizist im Video erklärte, sei die Jagd in dem bergigen Gelände sehr schwierig gewesen. Man habe zunächst einen Fang in Betracht gezogen, doch sei das Risiko zu gross gewesen, ihn ins Wasser zu verlieren, von wo aus er hätte nach Bolungarvík gelangen können. Damals hatte die Umweltbehörde mitgeteilt, einem Expertengutachten zufolge werde jeder Eisbär der sich nach Island verirrt, aus Sicherheitsgründen abgeschossen.

Der letzte Eisbär in Island ist 2016 in Hvalnes auf der Halbinsel Skagi an Land gegangen. Damals hatten die Bewohner die Polizei alarmiert. Wie Rósa Rut Þórisdóttir in ihrer Chronik Hvítabirnir a Íslandi schreibt, hatte sich das Ehepaar auf einem Ausritt befunden, als der Bär sie bemerkte und verfolgte. Es gelang, die draussen spielenden Kinder, Schafe und Pferde in Sicherheit zu bringen, kurz darauf konnte der Bär mit einem Schuss getötet werden. Rósa zufolge hatte sich auch ein zeltender Tourist in unmittelbarer Nähe des Bären befunden. Der Eisbär von Hvalnes hatte seinen Weg mit Treibholz nach Island gefunden. Eine Obduktion ergab schweren Trichinenbefall.
Auch damals war der erste Gedanken gewesen, den Bären zu fangen und nach Grönland zurück zu bringen, doch die grönländische Regierung hatte aus Seuchenschutzgründen keine Genehmigung dafür erteilt.

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