Ein Wanderweg durch den Vaðlaskógur Skip to content
Photo: Screenshot Vísir.

Ein Wanderweg durch den Vaðlaskógur

Eine Truppe isländischer Holzfäller arbeitet dieser Tage daran, quer durch den Wald Vaðlaskógur bei Akureyri Schneisen zu schlagen, denn dort sollen Wasserleitungen verlegt und Wanderpfade gezogen werden, berichtet Vísir. Der Geschäftsführer des regionalen Forstvereins bedauert, dass dort Baume gefällt werden müssten, doch komme stattdessen ja viel Gutes.

Zum einen soll das heisse Wasser aus dem Tunnel Vaðlaheiðargöng zur im Bau befindlichen Lagune Skógarböðin fjordeinwärts geführt werden, gleichzeitig will man auch Kaltwasserleitungen verlegen. Schliesslich soll vom Tunnel zu den Skógarböðin ein zwei Kilometer langer Wanderpfad quer durch den Wald entstehen. Dazu muss eine beachtliche Anzahl an Bäumen gefällt werden.

Der Vaðlaskógur (nicht zu verwechseln mit dem viel älteren Vaglaskógur im Fnjóskadalur) wurde im Jahr 1936 angelegt. Ingólfur Jóhannsson, der Geschäftsführer des eyfirdischen Forstvereins, erinnert sich: “Meine Vorfahren haben hier vor 85 Jahren damit begonnen, Bäume zu setzen. Da wurde alles mögliche ausprobiert, manches starb gleich wieder ab, andere Bäume entwickelten sich gut. Manches konnte man anpflanzen, anderes wuchs so gut, dass es heute genutzt werden kann.” Ein bisschen traurig sei es schon, die Bäume fällen zu müssen, doch dafür gebe es ja einen hervorragenden Wanderweg.

Der Wanderweg wurde mit grosser Umsicht geplant, damit keine seltenen Baumarten gefällt werden mussten. Die Fällarbeiten selbst werden von Spezialisten erledigt, denn viele der zu entfernenden Bäume sind hochgewachsen, und die Arbeit daher gefährlich.
Zehn Holzfäller, die Ingólfur stolz das isländische Nationalteam nennt, haben in der vergangenen Woche mit den Arbeiten begonnen. Vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch hatten die Holzfäller Hochkonjunktur, mit dem Crash war es auch bei ihnen bergab gegangen. Doch nun sieht die Welt wieder anders aus und es gibt genug zu tun an der Holzfällerfront. Die Männer arbeiten gründlich, nichts wird verschwendet, fast alles, was der Baum gibt, wird genutzt.

“Wir nutzen das alles, wir häckseln Äste und Abfall und haben dann wunderbares Holz für Schreinerarbeiten. Einiges davon geht in die Produktion, anderes verbleibt im Wald und wird zu Bänken und Tischen,” sagt Ingólfur.
Die Arbeiten sollen etwa drei Wochen andauern. Dann kommen die grossen Arbeitsmaschinen, um Leitungen zu verlegen und den Pfad anzulegen. Und vielleicht schon im Winter kann man in dem alten Wald spazierengehen und die Geschichte der Bäume auf sich wirken lassen.

 

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