Doktorandin findet Fisch-Kindergarten in Kalkalgengebiet Skip to content

Doktorandin findet Fisch-Kindergarten in Kalkalgengebiet

Kalkalgenriffe der Species Lithothamnion in isländischen Küstengewässern sind offenbar ein wichtiges Aufzuchtgebiet für jungen Kabeljau und sensible Ökosysteme in sich, das konnte die Doktorandin für Meereswissenschaften, Michelle Lorraine Valliant nachweisen. Bei ihren Forschungen in den Westfjorden fand sie heraus dass die Riffe sich nicht erholen, wenn sie einmal zerstört wurden, berichtet mbl.is.
In den Sommern 2019 bis 2021 war Michelle im Ísafjarðardjúp unterwegs, jeweils von Juli bis September, wenn die sogenannte 0-Gruppe des Kabeljaus, also der Kindergarten, zum Meeresgrund schwimmt. Michelle führte bei ihren Tauchgängen Zählungen in den Riffen selbst und auf dem sandigen Meeresboden durch. Das untersuchte Gebiet erschien dabei von sprudelndem Leben erfüllt, und obwohl das schon bekannt war, fehlten, so Michelle, bislang Untersuchungen zum Anteil der Algenriffe als Kinderstube für Fischlaich. Vor allem der Kabeljau bevölkert die Lithothamnionriffe in weitaus grösserem Masse als gedacht. Die Alge wird in Island industriell genutzt. Algenkalk findet Anwendung als Futtermittel, Düngemittel und als Nahrungsergänzungsmittel für den Menschen.

Mehr Schutz für das Ökosystem Riff
Die Doktorandin sieht Diskussionsbedarf zwischen Wissenschaft, Fischerei und Anwohnern über die Aufgabe der Riffe im Ökosystem, und über ihren Schutz.
“Die wissenschaftliche Gemeinschaft muss besser kommunizieren, was uns die Forschung über die Meeresumwelt lehrt, und sich an der Formulierung besserer Methoden zur Nutzung der Ressourcen der Meere beteiligen. Ich vermute, dass manche Leute sich zum Beispiel keine Vorstellung von der Rolle machen, die Ökosysteme der Fjorde beim Aufwuchs junger Kabeljauarten spielen.“ sagte Michelle.
In jedem Ökosystem siedeln sich spezielle Tierarten an, die wiederum besonderen Tieren als Nahrung dienen. Manche Ökosystem erholen sich schnell von Störungen, wie etwa Algenwälder. Kalkalgen hingegen wachsen sehr langsam, und der Kalk ist das Ergebnis zahlloser Generationen von Algen. „Die Rotalgen im Nordatlantik wachsen nur zwischen 0,5 und 1,5 Millimeter pro Jahr, und wachsen in alle Richtungen, und dann wird daraus so ein kompaktes, verzweigtes und geschichtetes Ökosystem.“

Heute seien die Riffe allerlei Gefahren ausgesetzt, wie etwa trübe Strömungen, die das Sonnenlicht verdecken, Aufgrabung und Versauerung der Meere. Hinzu komme die Schleppnetzfischerei, sowie Müll und Kot aus den Lachszuchtgehegen, die sich in den Lithothamniumriffen ansammeln.
Michelle fordert, dass Untersuchungen zu den Algenriffen bei Entscheidungen berücksichtigt werden müssten, wenn es um Aufgrabung von Riffen zur Kalknutzung geht, aber auch um geplante Bauwerke in den Wachstumsregionen der Riffe.
Bei der Nutzung der Lithothamnium-Alge wird nicht die lebende Alge, sondern der verkalkte Teil viermal pro Jahr aus dem Meer geholt und an Land zu Kalk verarbeitet.

 

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