Der Schneepflugfahrer von der Hrafnseyraheiði Skip to content
Photo: Snowplough on Hrafnseyrarheiði.

Der Schneepflugfahrer von der Hrafnseyraheiði

Wenn dereinst der Tunnel Dýrafjarðargöng die Hochlandstrasse Hrafnseyrarheiði in den Westfjorden abgelöst hat, bin ich weg hier und reise,” sagt der Mann, der die abgelegene Strasse 46 Jahre lang vom Schnee befreit hat. Gestern startete er seinen Schneepflug zum alljährlichen Schneereinemachen, berichtet RÚV.

Gunnar Gísli Sigurðsson ist der Frühjahrsbote auf der tiefverschneiten Heiði, seit dem Jahr 1973 fährt er das Räumfahrzeug in den Tiefschnee.

“Ja vielleicht ein oder zwei Jahre mal nicht,” überlegt er. Und dann wurde die Heiði nicht geöffnet? “Doch doch, da ist es halt von selbst getaut,” meint er lapidar.

Der Weg über die Hrafnseyrarheiði trennt die südlichen von den nördlichen Westfjorde und wird im Winter nicht geräumt. Er ist offiziell per Schild gesperrt, was manche Touristen freilich nicht davon abhält, trotzdem weiterzufahren. Erst kürzlich mussten zwei mit ihrem Mietwagen aus dem Tiefschnee befreit werden. Um den 20. März herum beginnt hier der Winterdienst, und in manchem Jahr lag noch viel mehr Schnee als jetzt.

Das ist ja nur ein Teil dessen, was hier mal gemessen wurde. Einmal wurden 22 Meter Schnee gemessen,” erinnert sich der Schneepflugfahrer an Schneewände der Vergangenheit. Dann braucht er eine Woche bis zehn Tage, um die Strasse zu räumen.

Dieses Jahr wird vermutlich das vorletzte Mal sein, dass Gunnar die Strasse im Frühjahr öffnet, denn der Dýrafjarðartunnel soll die Hochstrasse ablösen. Im Herbst 2020 will man den Tunnel einweihen. Und was passiert dann?

Das gehen wir mal ruhig an, und so. Dann reise ich, und so,” lächelt Gunnar.

Natürlich gibt es Pläne, die Strasse im Verkehrsnetz zu halten, und ganz ausgeschlossen ist ein Winterdienst auch weiterhin nicht.

Wir hoffen, dass dies eine Sommerstrasse wird, die wir Anfang Juni räumen, und dann wird das eine Ringstrasse und eine Verbindung nach Hrafnseyri,” verrät Guðmundur Björgvinsson, der Leiter der Strassenverwaltung in Ísafjörður.

Gunnar Gísli hat die Tücken dieser Hochlandstrasse auch am eigenen Leib zu spüren bekommen. “Ich bin zweimal hier mit meinem Pflug vom Weg abgekommen,” sagt er und zeigt auf einen steilen Abhang. Offensichtlich ist alles gut gegangen. “Ich bin ja noch da.” Die Unfälle hielten ihn nicht davon ab, weiterzumachen.

Ob er diese Heiði eigentlich mag? “Tja ich weiss nicht, ich glaube schon.”

Im Nachrichtenlink gibt es ein Video mit beeindruckenden Aufnahmen der abgelegenen Strasse.

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