Image: Larissa Kyzer | Iceland Review

Den Algenbällen im Mývatn auf der Spur

 In Natur und Reisen

Wissenschaftler haben möglicherweise eine Antwort darauf gefunden, wie sich die sogenannten Marimo-Algenbälle im Mývatn in Nordisland bilden, berichtet RÚV.

Die Marimobälle sind runde Algengebilde mit einer Grösse von 10 bis 15 Zemtimetern. Wie das National Geographic Magazine erklärt, bestehen die Marimos aus einer Alge die auf der nördlichen Erdhalbkugel recht verbreitet ist: Aegagropila linnaei. Im Nachrichtenlink gibt es einen Kurzfilm, wo man die Algenbälle anschauen kann. Auf isländisch werden sie profan kúluskítur (Kugelschiss) genannt.

Die runde Form der Alge ist jedoch sehr selten, man findet sie ausschliesslich an drei Orten auf der Welt: im Akan-See in Japan, im Svityaz-See in der Ukraine und eben im Mývatn in Island.

Im Jahr 2006 wurden die Marimos im Mývatn unter Schutz gestellt, doch das half ihnen wenig, im Jahr 20134 waren sie nämlich aus dem See fast verschwunden. Man glaubt, dass eine explosionsartige Vermehrung von Cyanobakterien (Blaualgen) den Marimos den Garaus gemacht haben: die photosynthetischen Cyanobakterien verdunkeln die Wasseroberfläche und verhindern ein Vordringen des Sonnenlichts auf den Seegrund, wo die Marimo gebildet werden.

Árni Einarsson, der Direktor des Naturforschungsinstitutes am Mývatn (Ramý), weist darauf hin, dass Cyanobakterien zur natürlichen Keimflora des Sees gehören und Teil des Ökosystems sind. Doch Wasserverschmutzung hatte zu einem unnatürlichen Anstieg der Cyanobakterien geführt, und in einer Verkettung zu einem Niedergang der Marimobälle.

Ein kleiner Teil der Algenbälle hat die Veschmutzung jedoch überlebt. Bislang haben die Forscher keine Erklärung dafür, warum der See in diesem Sommer weniger Cyanobakterien enthält, und warum das Wasser so ungewöhnlich klar ist – klarer als seit den 80ger Jahren des letzten Jahrhunderts.

Das klare Seewasser schenkte ihnen jedoch die einmalige Gelegenheit, sich mit der Entstehung der Marimobälle zu befassen. Das ist bislang nämlich ein ungelöstes Rätsel gewesen.

Árni sagt, man glaube, dass Marimos sich nur in flachen und dennoch strömungsreichen Gewässern bilden können. Die Algen beginnen auf Felsen und Steinen im Flachwasser zu wachsen, ähnlich wie Moos. Wenn sie grösser werden, reisst die Strömung sie von ihren Plätzen und spült sie fort, wo sie dann frei im Wasser trudeln.

Fraglich ist, ob diese Theorie auch auf die grossen Marimo anwendbar ist, die einst im Mývatn zu finden gewesen sind, doch ist dies die beste Hypothese, die bislang aufgestellt wurde.

Es hat in jüngster Vergangenheit Anstrengungen gegeben, den Gehalt an Cyanobakterien im Mývatn zu reduzieren. Damit dringt langfristig hoffentlich mehr Licht in den See und schafft bessere Wachstumsbedingungen für die Algenbälle.

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