Dem Ursprung des Lebens im Eyjafjörður auf der Spur Skip to content

Dem Ursprung des Lebens im Eyjafjörður auf der Spur

By Dagmar Trodler

Hjalteyri, herrings factory, Eyjafjörður
Photo: Dagmar Trodler, Hjalteyri.

Die heissen Quellschlote auf dem Grund des Eyjafjörður im Norden Islands sind das Ziel einer internationalen Wissenschaftlergruppe, die dort erforschen will, wie sich Leben auf dem Mars und möglicherweise an anderen Orten im Sonnensystem entwickelt haben könnte. Am Ende steht die Vorbereitung eines weiteren Erkundungsflugs zum Mars, berichtet Vísir.
Die Reise zum Ursprung irdischen Lebens findet unter Leitung des Tauchers Erlendur Bogason auf Hjalteyri statt, der die heissen Quellschlote vor der Küste von Hjalteyri wie kein Zweiter kennt.

Gleiche chemische Verbindungen wie auf dem Mars
Forschungsleiter Roy Price von der Stony Brook-Universität in New York erklärt, besonders spannend sei die Tatsache, dass man in den Quellschloten und auf dem Mars die gleichen chemischen Verbindungen gefunden habe.
“Die sind den vier Milliarden Jahren alten, ausgefällten Mineralien auf dem Mars sehr ähnlich. Vor vier Milliarden Jahren war der Mars von Wasser bedeckt, da gab es dort Meere, wie auf der Erde.” erklärt Roy.
Um Bohrkerne aus den unter Naturschutz stehenden Schloten zu ziehen, hatten die Forscher Genehmigungen von der Umweltbehörde, der Energiebehörde und der Naturschutzbehörde eingeholt. Die Löcher werden nach den Bohrungen wieder verschlossen.
“Wir möchten den Mars in seinen Anfangsjahren besser verstehen, und ob sich Leben dort entwickelt hat. War der Mars in seiner Anfangszeit ein Ort wo Leben existieren, überleben und möglicherweise sogar gedeihen konnte?” Die gleiche Frage stelle sich auch für andere Gestirne des Sonnensystems.

Den Anfang der Welt im Fischcontainer nachgebaut
In den alten Fischzuchtbecken der Heringsfabrik auf Hjalteyri gelang es den Forschern, die Schlote aus Erdwärmewasser nachzubauen, denn dieses Wasser hat die gleiche Mineralzusammensetzung wie das heisse Wasser, welches den Schloten auf dem Meeresgrund entweicht und sie gebildet hat.
„Je mehr unser Wissen über diesen primitiven Stoffwechsel, den wir Steinleben nennen, wächst – Leben auf Steinen und die chemischen Reaktionen von Wasser und deren Zusammensetzung – desto mehr wissen wir über den Beginn des Lebens auf der Erde, das mögliche Leben auf anderen Planeten und wie sich das Leben generell entwickelt hat,“ erklärt Roy Price.

Die Ergebnisse aus dem Eyjafjörður könnten seiner Ansicht nach der NASA helfen, auf dem Mars weiter nach Hinweisen auf Leben zu suchen.
„Wenn wir wissen, wo diese Umgebung ist, können wir Entdecker, Satelliten und Vermessungsgeräte der Zukunft zu diesen Orten schicken, um sie besser zu erforschen,“ blickt der Wisenschaftler in die Zukunft. “Mit der Erforschung dieses Fjords in Nordisland können wir mehr Informationen darüber sammeln, wie sich das alles verhält und sie für zukünftige Erkundungsreisen auf den Mars nutzen.”

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