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Dampfexplosion in Seltún

Kurz vor dem Mittag hat es in dem Heissequellengebiet Seltún auf der Halbinsel Reykjanes eine Dampfexplosion gegeben, berichtet Vísir.

Augenzeugen berichten, dass die Erde gebebt habe, dann sei eine gewaltige Dampfsäule aus der Quelle aufgestiegen. Das Dröhnen habe etwa fünf Minute angedauert. Ein kurzes Video von der Explosion findet man im Nachrichtenlink.

Jón Már Guðmundsson ist Reiseleiter und kennt den Ort sehr gut. Im Gespräch mit Vísir sagt er, dass sich so etwas seines Wissens nach dort noch nicht ereignet habe.

Wir laufen dort hinauf, und da beginnt auf einmal dieses gewaltige Dröhnen und die Erde fängt an zu beben. Und dann kommt die Dampfexplosion aus etwas, was vielleicht ein altes Bohrloch war, da hat man drumherum betoniert. Das hat zu Anfang ganz ordentlich gespritzt.” beschreibt er den Ausbruch.

Es sei ein grosses Glück gewesen, dass zu dem Zeitpunkt kein Tourist an der Quelle gewesen sei. Die Leute, die dem Ort am nächsten waren, standen auf der Plattform oberhalb, etwa 20 Meter von der Dampfwolke entfernt.

Wie er sagt, hätten die Isländer vor Ort das Geschehen mit weitaus grösserer Sorge betrachtet als die ausländischen Touristen.

Die Ausländer haben sich nicht klargemacht, was da passiert, die dachten, das ist vielleicht normal. Aber die Isländer vor Ort, die fanden das ganz und gar nicht normal.” Er wisse nicht, was die Erdbewegungen in dem Gebiet ausgelöst habe.

Ich habe sowas noch nie zuvor gesehen, da muss es unterirdisch eine Druckveränderung gegeben haben oder sowas,” mutmasst er.

Sigurdís Björg Jónasdóttir, Expertin für Naturkatastrophen beim isländischen Wetterdienst, gibt an, dass in der Region keine Erdbeben aufgezeichnet worden seien.

Eigentlich ist das nicht sehr ungewöhmnlich, dass es dort kleinere Dampfexplosionen gibt, aber es könnte sein, dass der Dampfdruck durch Kälte und Windstille übergross gewesen ist.”

Ausser einem Erdbebenmessgerät in Krýsuvík sind in dem Gebiet keine weiteren Messinstrumente installiert, auch die Erdwärmeaktivität wird dort nicht überwacht. Daher ist es schwierig, der Ursache für die Dampfexplosion auf den Grund zu gehen.
Fussspuren in Sand und heissem Schlamm ausserhalb der Wege in Seltún verraten, dass sich immer wieder Touristen nahe an die heissen Quellen begeben. Vor einigen Jahren liessen spanische Fotografen einen Helfer mit Spiegel an den Rand des kochenden Wassers gehen, um ein Foto anzufertigen. Die heutige Explosion macht deutlich, dass solche Eskapaden lebensgefährlich sein können.

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