Bovine Parainfluenza 3 in Island verbreitet, Herkunft unbekannt Skip to content

Bovine Parainfluenza 3 in Island verbreitet, Herkunft unbekannt

By Dagmar Trodler

Photo: Dagmar Trodler.

Die Parainfluenza bei Rindern ist in Island offenbar verbreitet. Zuvor war man davon ausgegangen, dass es bei isländischen Kühen keine Atemwegserkrankungen gibt. Die Veterinärbehörden sind jedoch nicht besorgt, berichtet RÚV.
Im Herbst war bei Kühen im Nordosten zum zweiten Mal in 2022 eine virusbedingte Durchfallerkrankung diagnostiziert worden, diesmal zeigten sich auch Symptome in den Atemwegen, die nicht zu der bekannten Durchfallerkrankung passten. Die Kühen litten unter trockenem Husten, Luftnot bei Anstrengung und Nasenbluten.
Die Symptome breiteten sich im ganzen Stall aus. Proben aus sechs Kühen testeten positiv auf das Bovine Parainfluenza 3 Virus. Eine ernsthafte Atemwegserkrankung lag nicht vor.

Sigurbjörg Ólöf Bergsdóttir, MAST-Fachtierärztin für Kühe, Schafe und Ziegen, sagte, die Infektion verursache leichte Symptome, vor allem Fieber, laufende Nase und trockener Husten. “Die Krankheit ist bei Kühen auf der ganzen Welt verbreitet. Am häufigsten kommt die Krankheit, wenn sie sich überhaupt zeigt, bei Kälbern vor, die nicht genügend Antikörper durch die Muttermilch erhalten haben.”
In Island achte man jedoch stets darauf, dass die Kälber gleich nach der Geburt ausreichend Muttermilch, vor allem Biestmilch, erhalten. Oft haben die Landwirte gefrorene Biestmilch vorrätig, falls eine Mutterkuh nicht genug der ersten Milch für ihr Kalb hat. In der Biestmilch sind wichtige Immunstoffe enthalten, die das Kalb gegen Krankheitserreger schützen.

Bislang waren Atemwegserkrankungen bei Kühen so gut wie unbekannt. Nach dem positiven Probenergebnis suchte man gezielt danach und fand das Virus im ganzen Land. “Wir betrachten das daher so, dass diese Infektion in Island verbreitet ist, so wie überall anders auch. Sie verursacht keine Probleme, sie verursacht keine Krankheit bei Rindern in Island.” sagt Sigurbjörg.
In jenem konkreten Fall hatte die Infektion offenbar die Oberhand gewonnen, weil die Kühe so schwer an Durchfall erkrankt waren und ihr Immunsystem geschwächt war. Die Kühe erholten sich jedoch nach kurzer Zeit und haben seither keine Symptome mehr gezeigt. Im Ausland, so Sigurbjörg, erkrankten vor allem Kälber heftiger, weil sich oft weitere Infektionen hinzugesellten.
Wann die Bovine Parainfluenza ins Land gekommen ist, weiss man nicht. Nach Angaben der MAST-Tierärztin sei das Thema aber nichts, worüber man sich Sorgen machen müsse.

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