Blaue Lagune öffnet trotz Gasverschmutzung Skip to content
Blue Lagoon, bláa lónið
Photo: Golli. Blue Lagoon.

Blaue Lagune öffnet trotz Gasverschmutzung

Die Blaue Lagune öffnet morgen wieder ihre Tore für Badegäste, berichtet Vísir. Die Polizeidirektion in Suðurnes gab bekannt, diese Entscheidung sei einseitig durch die Unternehmensleitung getroffen worden. Auch weiterhin bestehe die Gefahr von Gasverschmutzung in dem Gebiet.

Schwefeldioxid bedroht Region auch weiterhin
In einer Erklärung der Polizeidirektion heisst es, die 4. Eruption in diesem Jahr sei nicht beendet. Als der Ausbruch am 16. März ohne jede Vorwarnung losging,  sei die Evakuierung der Stadt Grindavík und die der zahlreichen Gäste in der Blauen Lagune gut vonstatten gegangen. Immer noch ströme Lava aus einem Krater, und in Svartsengi gebe es Anzeichen für eine erneute Landhebung. Auch weiterhin werde immer wieder eine hohe Schwefeldioxidbelastung an der Ausbruchstelle und in Ortschaften der Halbinsel Reykjanes gemessen.

„Die Einschätzung der Polizeidirektion bleibt bestehen, dass unter den gegenwärtigen Bedingungen eine Bedrohung durch Lavaströme und Gasverschmutzung in Grindavík und in Svartsengi entstehen kann. Es besteht das Risiko, dass Luftverschmutzung im gekennzeichneten Gefahrenbereich die menschliche Gesundheit gefährdet,” gab Polizeichef Úlfar Lúðvíksson an.
Er betont, es sei die Entscheidung der Blauen Lagune gewesen, den Betrieb wieder aufzunehmen. Morgen um 12 Uhr werde noch einmal Rücksprache gehalten.
Ein paar Tage nach Beginn des letzten Ausbruchs hatte ein Mitarbeiter der Lagune mit Gasvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden müssen. Für Besucher war die Badeanlage seit dem 16. März gesperrt gewesen.

Dichteres Sicherheitsnetz als zuvor
Im Betriebsgebiet der Blauen Lagune gibt es mittlerweile ein dichtes Netz von Gaszählern. An einem der Gebäude der Blauen Lagune befindet sich auch eine Wetterstation. Die Überwachung und Reaktion auf eine potenzielle Gasverschmutzung erfolgt im Einsatzgebiet der Blauen Lagune nun auf völlig andere Weise als bisher. Ein Sicherheitsbeauftragter des Unternehmens nimmt nun täglich an der morgendlichen Sitzung der Betriebsleitung teil. Ausserdem ist die Blaue Lagune aufgefordert, der Umweltbehörde, der Gesundheitsbehörde, der Arbeitsplatzkontrolle und dem Chefepidemiologen Gegenmaßnahmen vorzulegen.

Besuchern der Blauen Lagune ist es nicht gestattet, vom Parkplatz oder vom Grindavíkurvegur zum Ausbruchsgebiet zu laufen.

Die Luftqualität in der Region wird beständig überwacht, immerhin hat man zum Teil hohe Schwefeldioxidwerte gemessen. Diese Verschmutzung gilt als sehr gesundheitsschädlich, sie verursacht bei den meisten Menschen Atemwegsbeschwerden. Bei einer hohen Belastung empfehlen die Behörden, im Haus zu bleiben, Fenster zu schließen und die Klimaanlage auszuschalten. Bewohnern von Grindavík wird angeraten, sich nicht ohne Grund im Gefahrengebiet aufzuhalten, denn dort können für den Menschen lebensgefährliche Bedingungen entstehen.

Grindavík: alle auf eigene Gefahr und selbstverantwortlich
Einmal mehr betont die Polizei, dass ein jeder, der sich im Gefahrengebiet befindet, sich dort auf eigene Gefahr aufhält und für sein Verhalten verantwortlich ist. Grindavík ist kein Ort für Kinder, und die Behörden raten rundweg davon ab, sich im Ort aufzuhalten. Vielerorts befinden sich sichtbare und unsichtbare Erdspalten, und jederzeit können sich ohne Vorwarnung neue Spalten öffnen, oder das Erdreich einstürzen. Es kann auch jederzeit zu Lavafluss und Gasentwicklung kommen. Vor allem das unbebaute Land rund um Grindavík ist bislang nicht auf Spalten untersucht worden.
Für alle, die nicht dort leben oder arbeiten, ist Grindavík gesperrtes Gebiet. Einzig Einsatzkräfte und Journalisten haben im Rahmen ihrer Tätigkeitsausübung ein Zutrittsrecht.
Ab morgen wird es vier Sperrposten geben, am Bláalónsvegur, Grindavíkurvegur, Nesvegur und Suðurstrandavegur. Von den drei Fluchtwegen sind nur noch die beiden Strassen entlang der Südküste gangbar. Drei Sirenen befinden sich in Grindavík, eine an der Blauen Lagune und eine am Erdwärmekraftwerk Svartsengi. In Grindavík steht ausserdem ein Rettungsfahrzeug in Tagesbereitschaft.
Diese Regelung gilt bis zum 12. April und wird dann erneut geprüft.

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