Archäologe auf der Suche nach einem Grab im Tal der Wallache Skip to content
Photo: Veðurstofa/Facebook. The eruption in Geldingadalur valley, Reykjanes peninsula March 20, 2021.

Archäologe auf der Suche nach einem Grab im Tal der Wallache

Die archäologische Erhebung die gestern in aller Eile im Geldingadalur durchgeführt worden war, bevor Lava eine mögliche denkmalrelevante Stätte bedeckt, ist ohne Ergebnis verlaufen, berichtet mbl.is.
Zuvor war der Verdacht aufgekommen, dass sich in dem Tal der Grabhügel eines gewissen Landnehmers Ísólfur befinden könnte. Die Nennung eines Grabhügels des Ísólfur von Ísólfsskáli findet sich in einem alten Ortsnamenverzeichnis, und es heisst in den Quellen: “Er wollte dort begraben sein, wo seine Wallache es am besten hatten”.

Gestern war die Lava in Richtung der vermuteten Stelle geflossen, und Archäologe Oddgeir Isaksen hatte sich in aller Eile per Hubschrauber auf den Weg gemacht, um das Gebiet zu vermessen, abzulichten und einzuschätzen, ob dort ein Grab sein könnte oder nicht. Er kam zu dem Ergebnis, dass nichts auf menschliche Spuren unterhalb des Berges hinweist.

“Das ist gut dass es nichts dort gab, was verloren gegangen ist,” sagte Oddgeir im Gespräch mit mbl.is “Ich habe das Tal im ganzen nicht gesehen, bevor es unter der Lava verschwand, sodass ich nicht beschwören kann, dass da nichts unter die Lava ging, aber den Luftbildern nach zu urteilen ist es unwahrscheinlich.”
Die Ortsnamenregister seien keine unfehlbaren Quellen für das Auffinden von archäologischen Überresten. Doch wo Oddgeir schon mal vor Ort war, schaute er sich auch den Rest des Tales an, und fand auch dort keine Hinweise auf menschliche Anwesenheit in der Vergangenheit.

Wenn die Lava so fliesst wie bisher, dürfte das Geldingadalur in 10 bis 20 Tagen gefüllt sein. Danach ist davon auszugehen, dass sich die Lava nach Süden in Richtung Nátthagi wendet. Danach wird sie das Land Ísólfsskáli erreichen, und da hegt das Amt für Denkmalschutz einige Befürchtungen, sagt Oddgeir.
“Dort findet man die typische isländische Reliktlandschaft: ein Hofhügel, auf dem ein Sommerhaus errichtet wurde, dann gibt es Seefahrtsrelikte in der Lava und mehrere hundert Meter Trockengärten. Dann gibt es dort landwirtschaftliche Relikte, Weiden mit Steinumhagung, Ruinen von Wirtschaftsgebäuden, die meisten aus dem 19. Jahrhundert, aber sicher verbergen sich dort auch Relikte aus der Besiedlungszeit.”
Da die vulkanische Aktivität auf der Halbinsel Reykjanes nach jahrhundertelangem Schlaf erwacht ist, hält Oddgeir es für erforderlich, jetzt alles daran zu setzen, um Relikte und Überreste in der Region zu registrieren.

 

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