Anhaltende Erdbebentätigkeit auf der Halbinsel Reykjanes Skip to content
Photo: Reykjanes – Kleifarvatn – Summer.

Anhaltende Erdbebentätigkeit auf der Halbinsel Reykjanes

Die Erdbebenserie, die die Halbinsel Reykjanes seit Tagen erschüttert, ist gestern Abend und in der Nacht weitergegangen. Heute Morgen gegen acht Uhr ereignete sich ein Beben der Stärke 5,2, etwa zweieinhalb Kilometer nordöstlich des Berges Fagradalsfjall, ihm folgten eine ganze Reihe schwächerer Beben, berichtet Vísir.
Das schwere Beben wurde bis nach Skógar im Osten und bis nach Hvanneyri im Westen verspürt. Insgesamt haben sich der Erdbebenabteilung des isländischen Wetteramtes zufolge etwa 600 Erdbeben seit Mitternacht auf der Halbinsel ereignet. Von diesen 600 wurden neun Beben über M 3,0 gemessen, das stärkste kam letzte Nacht um 2.30 Uhr mit 3,8, ein weiteres der Stärke 3,7 ereignete sich um kurz nach vier und wurde bis weit in die Hauptstadtregion bemerkt. Der Erdbebenschwarm ist jetzt auf das Gebiet zwischen den Bergen Fagradalsfjall und Keilir begrenzt.
Das Beben von heute morgen ereignete sich im gleichen Bereich wie das bislang schwerste Beben dieser Serie, welches am Mittwochmorgen um 10 Uhr mit 5,7 die Halbinsel erschütterte.

Risse in der Strasse, Lavaaustritt als mögliches Szenario betrachtet
Auf dem Suðurstrandavegur zwischen Þorlákshöfn und Grindavík hat die Strassenmeisterei am Vigdísarvallavegur Risse im Asphalt gemeldet. Nach Angaben von Vegagerðin-Leiter Pétur G. Matthíason wurden die Risse nach den Erdbeben festgestellt. Sie seien nicht gross genug, um die Strasse zu sperren, doch sollten Autofahrer vorsichtig fahren.

Gestern hatte eine Expertengruppe zu Vulkanausbrüchen und Naturkatastrophen der Universität eine Karte veröffentlicht, auf der Modelle von möglichen Lavaströmen eingezeichnet waren. Den Experten zufolge würde keine Ortschaft in Gefahr geraten, wenn tatsächlich Lava fliessen sollte. Bislang geht man nicht von vulkanischer Aktivität aus, sondern eher von einem Geschehen im Zusammenhang mit der Plattentektonik, allerdings ist ein Vulkanausbruch auf der Halbinsel eins der Szenarien, anhand derer die Einsatzkräfte ihre Katastrophenschutzpläne schmieden. Noch am Mittwoch war die Gefahrenstufe für die Region ausgerufen worden. Die Ausrufung dieser Stufe dient der besseren Vernetzung der Einsatzkräfte.

Bei einem der Szenarien von Lavastrom auf der Halbinsel besteht die Möglichkeit, dass die Reykjanesbraut, die Strasse zwischen den Küstenorten, dem Flughafen und der Hauptstadt, abgeschnitten wird.
“Ja, das ist eins der Szenarien, wenn es auf der Nordseite vom Reykjanes einen Ausbruch gibt, besteht immer die Gefahr dass ein Lavastrom die Reykjanesstrasse abschneidet.” erklärte Víðir Reynisson, der Leiter des isländischen Zvilschutzes Vísir gegenüber. Vor einigen Jahren habe man im Zusammenhang mit Evakuierungsplänen Zeitmessungen dazu erstellt. Der Suðurstrandavegur an der Südküste sei der zweite Weg von der Halbinsel herunter.

“Das ist eher unwahrscheinlich, dass die beide versperrt werden. Ausserdem muss man im Hinterkopf behalten, dass die Lava eine gewisse Zeit braucht, um diese Wegstrecke zurückzulegen, das passiert nicht in wenigen Stunden, aber das ist eine Sache, für die wir sehr aufmerksam sein müssen.”
Die Karten der Hochschulgruppe seien ein wichtiges Hilfsmittel, die Geschehnisse im korrekten Zusammenhang zu sehen.
Evakuierungspläne beträfen vor allem Ortschaften und Höfe, die abgeschnitten werden könnten. Er versichert jedoch, dass im Fall der Fälle genügend Zeit sei, die Sicherheit derer zu garantieren, die auf der Reykjanesstrasse unterwegs seien.

Neusten Informationen vom Morgen zufolge hat sich in der Beurteilung der Experten nichts verändert, sie gehen auch weiterhin davon aus dass es sich um tektonische Ereignisse handelt. Aber ein Austreten von Lava werde immer als Möglichkeit miteinbezogen.
Wer noch nie ein Erdbeben miterlebt hat, kann hier mal reinhören.
Hier sieht man zwei Geologen der Erdbebenabteilung bei Messungen zu möglichem Gasaustritt. Sie messen vor allem den Radongehalt an den Austrittsstellen, doch bislang, so geben beide an, sei nichts auffälliges festzustellen, man benötige allerdings mehr Daten.

 

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