Ab Herbst sind 15 "Goldböcke" gegen Scrapie im Zuchteinsatz Skip to content
Photo: Dagmar Trodler.

Ab Herbst sind 15 “Goldböcke” gegen Scrapie im Zuchteinsatz

Bis zu 15 Scrapie-resistente Lammböcke werden in diesem Herbst in den Verkauf gehen. Die aus dem ostisländischen Reyðarfjörður stammenden hornlosen Tiere tragen ein Gen, welches langfristig, so die Hoffnung, den isländischen Bestand gegen die unheilbare Krankhet immunisieren könnte.
Das ARR-Gen konnte trotz aufwendiger Suche nur auf dem Hof Þernunes in einer alten Zuchtlinie gefunden werden. Es ist international als Anti-Scrapie-Gen bekannt, und in Europa gibt es seit zwei Jahrzehnten bereits erfolgreiche Züchtungen.

Scrapie ist eine tödliche, degenerative Nervenerkrankung in Schafen in Ziegen, bei Rindern ist die Variante als BSE bekannt geworden. Da die Krankheit nicht heilbar ist, sieht die Seuchenschutzregel in Island vor, dass bei einem Scrapie-Fall in der Herde der gesamte Bestand gekeult werden muss. Ausserdem müssen die Heuvorräte vernichtet, sowie Stallungen, Gerätschaften und Weideland desinfiziert werden. Nach diesen Massnahmen darf der Landwirt mehrere Jahre lang keine Schafe halten.

Erster Zuchtversuch brachte 50 ARR-Schafe
Nachdem das ARR-Gen auf dem Hof in Ostisland gefunden worden war, soll dort ab diesem Winter gezielt daraufhin gezüchtet werden. Bislang gibt es auf Þernunes um die 50 Jungtiere, die das ARR-Gen tragen. Landwirt Steinn Björnsson verspricht, die Böcke zu einem moderaten Preis zu verkaufen, Schafzüchter hätten eh kein Geld und könnten sich keinen Zuchtbock leisten, wenn er teuer wäre. Das Interesse sei gross, vor allem im Skagafjörður und in Biskupstunga, beides schwer von Scrapie betroffene Gebiete.

MAST lockert Regel für ARR-Böcke
Für die Zucht eines Scrapie-resistenten Schafbestandes müssen allerdings die Seuchenschutzbestimmungen gelockert werden, die in Island so streng sind, damit die wenigen vollkommen krankheitsfreien Regionen auch krankheitsfrei bleiben. Die Veterinäraufsichtsbehörde MAST hat zu diesem Zweck sogenannte Prioritätgebiete gebildet, wo die “goldenen Böcke” vorrangig eingesetzt werden und mit einer Ausnahmegenehmigung in das Gebiet gebracht werden dürfen.  Ebenfalls eine Ausnahmegenehmigung erhalten Lämmer mit dem Genabschnitt T137, der zwar international nicht als Scrapie-resistenz gebend anerkannt ist, in Zuchtversuchen jedoch gute Erfolge gebracht hat.

Vorrang haben Höfe, die von Scrapie betroffen waren, sowie Bestände von 300 Schafen und mehr. Ausserdem steht künstliche Besamung zur Verfügung, denn einige der “goldenen Böcke” sind aussschliesslich wegen des ARR-Gens im isländischen Zuchtkatalog aufgenommen worden. Höfe in seuchenfreien Gebieten dürfen keine ARR-Böcke einführen und müssen die Besamung wählen. Ein ARR-Bock darf auch nicht an einen anderen Hof “ausgeliehen” werden.

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