Reykjavík verliert seine Musiker und Kleinbühnen, klagt Künstlerin Skip to content
Sóley Lóa Smáradóttir, Rán Birgisdóttir, and Ingibjörg Elsa Turchi
Photo: Golli. Sóley Lóa Smáradóttir, Rán Birgisdóttir, and Ingibjörg Elsa Turchi.

Reykjavík verliert seine Musiker und Kleinbühnen, klagt Künstlerin

Der Besitzer der Musikkneipe Húrra in der Reykjavíker Tryggvagata hat sein Lokal vorläufig geschlossen. Die Miete sei zu hoch, als dass der Betrieb sich noch lohne. Er kritisiert, dass Reykjavík auf dem besten Weg sei, eine einförmige Stadt zu werden, in der Musikkneipen nicht gedeihen, berichtet Vísir.

Man habe mit dem Eigentümer der Immobilie schon gesprochen, aber bei der Höhe der derzeitigen Miete sei es nicht möglich, den Betrieb aufrechtzuerhalten, sagte Kneipenbesitzer Þor­steinn Stephen­sen Vísir gegenüber.
Auch Comedystar und Journalistin Margrét Erla Maack hatte in einem Facebookbeitrag auf die Problematik aufmerksam gemacht. Sie kritisiert, dass die Musikikone Egill Ólafsson zwar zum Musiker der Stadt Reykjavík ernannt werde, es gleichzeitig aber immer weniger musikalische Veranstaltungsräume in der Stadt gebe.

Musik und Kultur für Menschen
“Musik und Kultur ist das, was uns zu einer Stadt für Menschen macht. Die Musik lockt Touristen in die Stadt. Jetzt ist es so, dass man isländische Musiker eher in Berlin als in Reykjavík zu sehen bekommt,” klagt Margrét Erla. Sie selbst habe das grosse Glück gehabt, zu Zeiten der Musikkneipen Grand­rokk, Faktorý, Gaukurinn, Gamli Gaukurinn und Sódóma musikalisch gross geworden zu sein.
“Livemusik ist heutzutage die Haupteinkommensquelle für Musiker, weil der Plattenverkauf zurückgegangen ist. Und das ist unglaublich schwer, weil es so wenig Bühnen in der Stadt gibt.” Die Musiker in Akureyri könnten sich glücklich schätzen, die Musikkneipe Græni hatturinn mit ihrem vielseitigen Angebot zur Verfügung zu haben.

Hohe Miete gab den Rest
Die Immobiliengesellschaft Eik ist Besitzer des Gebäudes, in dem das Húrra sich befindet. Man äussere sich nicht zu Mietangelegenheiten, hatte es Vísir gegenüber gehiessen.
Allerdings scheint es immer noch Gespräche zwischen Vermieter und Kneipenbesitzer zu geben. Þorsteinn will seinen Laden auch gerne weiterbetreiben, aber davon leben muss er können, und das war zuletzt schwierig gewesen. “Alles ist so teuer geworden, Wareneinkauf, Lohn, Miete, das ist einfach schwierig. Aber wir hoffen mal das Beste, es ist ja noch nicht ales verloren,” meint der Kneipier.
Auch er hegt Sorge dass Reykjavík seine Musik verliert. “Reykjavík ist auf dem besten Weg, eine total langweilige Stadt zu werden. Das einzige was hier läuft, sind Touristenlokale, und die Miete steigt bei allen, und in der Innenstadt sieht alles gleich aus, obwohl es mehr Lokale gibt.”

 

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