Regierung will das isländische Opernhaus nicht mehr finanzieren Skip to content
Scene from the Icelandic Opera's 2017 staging of Tosca
Photo: Jóhanna Ólafsdóttir.

Regierung will das isländische Opernhaus nicht mehr finanzieren

Die isländische Regierung plant derzeit, das Opernhaus in eine Volksoper umzuwandeln, die ab dem Jahr 2025 betrieben und nicht mehr vom Staat finanziert werden soll. Die Intendantin des Opernhauses bezeichnete die Entscheidung als kulturelle Katastrophe und meint, ohne staatliche Finanzierung müsse das Opernhaus seinen Betrieb einstellen. Von der Kultusministerin verlautete, diese Entscheidung sei schon lange fällig gewesen.

Das isländische Opernhaus war im Jahr 1970 gegründet worden und ist das einzige seiner Art in Island. Mehr als 85 Opern sind dort seit der Gründung aufgeführt worden, und seit 2011 läuft der Betrieb in der Konferenz- und Konzerthalle Harpa. Die Oper läuft derzeit als non-profit-Unternehmen und erhält seine finanziellen Mittel vom Staat und von privaten Sponsoren. Im vergangenen Jahr sind dies insgesamt 216 Mio ISK (1,5 Mio EUR) gewesen.

Drei von der Kultusministerin eingesetzte Arbeitsgruppen schaffen derzeit den Rahmen für eine Volksoper, die als Unternehmen geführt werden soll. Ab 2014 sollen die staatlichen Mittel dann wegfallen. Nach Angaben von Kultusministerin Lilja Alfreðsdóttir könne diese Entscheidung keinesfalls überraschend kommen, wo die Regierung doch schon lange angekündigt hatte, das bestehende Übereinkommen zu prüfen und eine Oper auf Betriebsbasis zu schaffen. Die noch bestehende Oper würde in diesem und im kommenden Jahr noch einmal 334 Mio ISK (2,3 Mio EUR) erhalten, um ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen zu können.
In der vergangenen Spielzeit hatte die Oper Negativschlagzeilen eingefahren, nachdem die Madame Butterfly-Inszenierung sich dem Vorwurf rassistischer Stereotypen ausgesetzt sah. Im Jahr 2020 hatte die Opernsängerin Þóra Einarsdóttir die Oper verklagt, weil sie sich und andere Sänger für eine Produktion aus dem Jahr 2019 als unterbezahlt betrachtete. Die Möglichkeit einer veränderten Betriebsform für das Opernhaus steht seit 2020 zur Debatte.

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