Rätsel um Schädelfund in Ministerresidenz gelöst Skip to content
Photo: Screenshot Vísir.

Rätsel um Schädelfund in Ministerresidenz gelöst

Das Rätsel um den Schädelfund in der isländischen Ministerresidenz ist gelöst: das Schädelfragment stammt von einer dänischen Frau aus dem 18. Jahrhundert, berichtet Vísir.
Im September war in der Residenz des Premierministers bei Bauarbeiten im Dachstuhl zwei Schädelfragmente gefunden worden. Vor allem die isländische Premierministerin Katrín Jakobsdóttir hatte den Fund gespannt mitverfolgt, immerhin schreibt sie neben ihrer Tätigkeit für den Staat auch Kriminalromane.
Mehr zum Schädelfund.

Dänin ohne Verwandte auf der Insel
Der Schädel war damals einer C14-Analyse unterzogen worden und nun steht auch das genetische Ergebnis fest: die sterblichen Überreste gehörten zu einer dänischen Frau mit braunen Augen und braunem Haar. Sie hatte hier in Island weder Verwandte noch Nachkommen und war im 18. Jahrhundert gestorben, so die beiden Genetiker Agnar Helgason und Sunna Ebenesersdóttir, die den Schädel beim Genforschungsinstitut DeCode auf Spuren von Erbgut untersucht hatten. Einfach war dies nicht, denn grundsätzlich erhalten sich am Schädel eher wenig DNA-Spuren, hinzu kam, so erklärte Sunna, dass dank der klimatischen Bedingungen in dem Gebäude viele Spuren bereits zerfallen sind.
In Dänemark hatte die Verstorbene offenbar jedoch weitläufig Verwandtschaft, und man könne die bis auf heute Lebende nachweisen, doch nach Angaben von DeCode-Geschäftsführer Kári Stefánsson erlaube die dänische Regierung keine weiteren Untersuchungen.
An dem Schädelfragment fand sich auch ein 15 prozentiger Anteil anderer DNA, sehr wahrscheinlich, so Agnar, stamme der von isländischen Männern, die sich nach dem Tod der Dänin in dem Dachgeschoss aufgehalten und die Fragmente in der Hand gehalten hatten, ebenfalls vor langer Zeit.

Vom Friedhof in die Residenz
Aller Wahrscheinlichkeit nach stamme der Schädel aus dem Friedhof Víkurkirkjugarður, der sich gleich neben dem Grundstück der ersten isländischen Telegraphenanstalt befand. Durch die Jahrhunderte sei dort viel gegraben worden, und immer wieder seien Knochen aufgetaucht, die in diesem speziellen Fall auf geheimnisvolle Weise ihren Weg in das Haus des Dichters Hannes Hafsteinn fanden. Hannes hatte das Haus aus den Westfjorden nach Reykjavík gebracht und dort während seiner Zeit als erster Islandminister residiert.

Sign up for our weekly newsletter

Get news from Iceland, photos, and in-depth stories delivered to your inbox every week!

Subscribe to Iceland Review

In-depth stories and high-quality photography showcasing life in Iceland!

Share article

Facebook
Twitter

Recommended Posts