Neues Zentrum für Handschriften wartet auf Manuskripte aus Dänemark Skip to content
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Photo: Golli. Heimskringla manuscript.

Neues Zentrum für Handschriften wartet auf Manuskripte aus Dänemark

Die dänische Regierung will auf die Anfrage des Árni Magnússon Institut für isländische Studien eingehen, langfristig isländische Manuskripte auszuleihen, berichtet RÚV. Die Handschriften sollen dann in einem neuen Zentrum für Manuskriptforschung ausgestellt werden. Ein Name für dieses im Jahr 2005 finanzierte Zentrum muss noch gefunden werden, damit ist zur Zeit eine Jury betraut, die den Namen aus einer Liste mit Vorschlägen auswählt. Bei der Eröffnung des Hauses im April soll der Name dann verkündet werden.

Wissenschaftler sehen Umzug kritisch
Allerdings ist nicht jeder vom Umzug der Manuskripte begeistert. Dänische Wissenschaftler etwa haben sich gegen den Umzug ausgesprochen, weil die Handschriften auch Teil des dänischen Kulturerbes seien.
Auch von isländischer Seite kam Kritik zum Plan, die Manuskripte zurück auf die Insel zu bringen. Im Jahr 2019 hatte Prof. Viðar Pálsson angemerkt, er wisse aus rein akademischer Sicht nicht, ob und in welcher Weise ein Umzug der Manuskripte die Lehre im Land stärken würde. Auch der Transport an sich sei nicht ungefährlich für die kostbaren Schriften.

Und sind sie jetzt eigentlich isländisch, oder vielleicht doch eher dänisch?
“In den vergangenen Jahrhunderten haben die Leute definiert, welche Manuskripte als isländisch bezeichnet wurden. Viele dieser Handschriften würden in eine Grauzone fallen, faktisch sind jedoch alle Manuskripte, von denen wir sagen können, dass sie hauptsächlich isländisch sind, zurückgebracht worden. Aber es gibt auch einige, die wir als eher isländisch als alles andere bezeichnen könnten, die wir auch irgendwann zurückhaben möchten. Natürlich gibt es Manuskripte in den dänischen Archiven, die berühmte isländische Sagas enthalten, dann gibt es welche mit mehr prosaischem, juristischem Inhalt, königliches Erzählmaterial, und so weiter, was aus Island stammt, aber nicht notwendigerweise isländischen Inhalt zeigt.”

Präsentation mit neuster Technologie
Trotz der Einwände hat die Ministerin für Kultur und Handel, Lilja Dögg Alfredsdóttir, hart daran gearbeitet, die Handschriften für das Árni Magnússon Institut für isländische Studien zurückzubekommen.
Die Handschriften würden – sollten sie auf die Insel kommen – mit der neusten Technik im neuen Zentrum ausgestellt werden. Eine Langzeitausleihe würde Kosten für 250 Mio ISK (1,7 Mio EUR) verursachen. RÚV zufolge wird die Bitte um Ausleihe derzeit vom Arnamagnæan Institut in Kopenhagen bearbeitet, man rechnet sehr bald mit einer Antwort.

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