Linguistikprofessor glaubt, ein Grieche habe Island entdeckt Skip to content
Photo: First trip to Thule, or Thymele?.

Linguistikprofessor glaubt, ein Grieche habe Island entdeckt

Griechischen Medien zufolge gibt es neue Hinweise darauf, dass es ein Grieche war, der Island im vierten Jahrhhundert vor Christus entdeckt hat. Ein britischer Sprachwissenschaftler glaubt, dass Island damals Thymele hiess, was im Altgriechischen ‘Altar’ bedeutet, und dass der Name Thule durch einen Übertragungsfehler entstanden ist, berichtet Vísir.

Der Astronom und Forscher Pytheas von Massilia setzte um das Jahr 325 v.Chr. Segel in Marseille und stach in See in Richtung Norden. Dort fand er eine unbewohnte Insel, die 1200 Jahre später von Landnehmer Ingólfur Arnason dann besiedelt wurde. Im Anfangskapitel des Landnahmebuchs geht es um die Entdeckungsgeschichte von Ultima Thule, dem weit entfernten Thule, wonach der heilige Beda in seinen Schriften von einem Eiland berichtet, welches Thule heisse und sechs Segeltage nördlich von Britannien liege. Es sei eine Insel, wo im Winter der Tag fehle und im Sommer die Nacht.

Der Name Thule oder Ultima Thule wurde jedoch oft auch für Norwegen, die Färöerinseln, Shetland und Grönland verwendet. Für Sprachforscher Gísli Sigurðsson, Professor am Árni Magnússon Institut für isländische Sprache, gab es schon vor fünf Jahren keinen Zweifel, dass es sich bei Thule um Island handelt.

Greekreporter zufolge sieht der britische Linguist Dr. Andrew Breeze, Professor an der Universität in Pamplona, nun Hinweise darauf, dass es sich beim Namen Thule um eine falsche Schreibweise handle, weil Thule sprachlich keinen Sinn ergebe.

Pytheas habe die Insel Thymele genannt, dieses Wort bedeutet ‘Altar’ im Altgriechischen. Die steilen Berge an der Südküste Islands hätten den Seefahrer an einen griechischen Altar erinnert. Möglicherweise habe er auch Rauch aus einem der Vulkane aufsteigen sehen und dabei an eine Opferstätte gedacht. Altäre hatten in der Antike bisweilen gigantische Ausmasse.

Pytheas’ originaler Reisebericht ist vermutlich beim Brand der berühmten Bibliothek von Alexandria verloren gegangen, in den Schriften späterer Autoren wie Strabo, Plinius und Diodorus finden sich nur noch einzelne Zitate aus seinen Werken. Diese drei Autoren, aber auch Vergil, Tacitus und Juvenal erwähnten die Insel nur vage, doch da sei Breeze zufolge durch einen Übertragungsfehler aus Thymele bereits das sprachlich bedeutungslose Thule geworden.

Sollte sich Breezes publizierte Theorie bewahrheiten, dann hätten nicht die Iren oder skandinavischen Wikinger Island entdeckt, sondern die Griechen, 1200 Jahre zuvor. Und Isländer wären nicht etwa Isländer, sondern Thymelianer, in korrekter Übersetzung dann Altarbewohner.

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