Intakte Mauer aus dem 11. Jh in Seyðisfjörður freigelegt Skip to content
Archeological dig in Seyðisfjörður
Photo: Ausgrabung in Seyðisfjörður.

Intakte Mauer aus dem 11. Jh in Seyðisfjörður freigelegt

Bei einer archäologischen Grabung im ostisländischen Seyðisfjörður sind die unbeschädigten Mauern eines Gebäudes aus dem 11. Jahrhundert entdeckt worden. RÚV berichtet, dass die Wände sich in so guten Zustand befinden, weil sie durch einen Erdrutsch im Jahr 1150 sozusagen konserviert wurden.

„Wir haben eine ganze Reihe von Strukturen freigelegt, die offenbar unter dem Erdrutsch von 1150 liegen,“ erklärte die Archäologin Ragnheiður Traustadóttir. „Das ist wirklich spannend, was wir hier langsam erkennen.“ Die Freilegung der Ruinen passiert Schritt für Schritt, aber Ragnheiður ist zuversichtlich. „Wir haben da ein paar spannende Wochen vor uns liegen.“

Grabung vor Errichtung eines Lawinenschutzes
In der lawinengeplagten Stadt liegen Pläne vor, nach denen ein Lawinenschutz errichtet werden soll. In diesem Sommer, wie schon in den vergangenen beiden Jahren, hatten Archäologen nach Artefakten dort gesucht, wo sich dann bald die Lawinenbauwerke zum Schutz der Stadt erheben. Schon im letzten Sommer hatte man einige Gegenstände gefunden, die auf den Beginn der Landnahmezeit zurückdatiert werden können.
Der Erdrutsch von 1150 war im letzten Herbst entdeckt worden, und unter der Erdschicht fand man vier heidnische Gräber. Ragnheiður erklärt, dass diese Entdeckung den Verlauf der Grabung veränderte: jetzt suchen die Archäologen gezielt im Gebiet der beinahe 1000 Jahre alten Lawine nach Überresten früher Bewohner.
„Am interessantesten ist vielleicht die Tatsache, dass dieser Erdrutsch diese Häuser offenbar nicht beschädigt hat,“ meint Ragnheiður. „Vielleicht hatte sie ihr Wucht verloren, als sie hier unten in der Siedlung eintraf, und so türmte sie sich einfach nur entlang der Grasmauern und Hügel auf, und wir graben jetzt ungewöhnlich intakte Grassodenmauern aus.“
Ragnheiður sagte Iceland Review gegenüber, man beginne gerade erst, die Strukturen freizulegen, aber man erwarte, auch ältere Gegenstände zu finden, die auf den Beginn der Landnahme zurückdatierbar sind. Die Grabungen sollen bis Mitte August andauern.

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