Hallgerður langbrók erhält ersten gelben Gedenkstein für Frauen in den Sagas Skip to content
Hallgerður langbrók, Laugarnes
Photo: Emily Diana Lethbridge, RÚV.

Hallgerður langbrók erhält ersten gelben Gedenkstein für Frauen in den Sagas

Ein gelber Gedenkstein ist gestern an einem Kreisverkehr an der Reykjavíker Sæbraut zu Ehren von Hallgerður langbrók niedergelegt worden. Mit der Steinniederlegung soll Frauen mehr Platz in der historischen Landschaft gegeben werden, berichtet RÚV.
Emily Diana Lethbridge, Professorin in der Árni Magnússon-Stiftung, und Sarah Woods, eine Dramatikerin und Gastwissenschaftlerin an der Universität Cambridge, leiten das Projekt „Enthüllung und Glanz von Frauen in der isländischen Sagalandschaft“, eine Zusammenarbeit von Arnastofnun und der Kunsthochschule für die kommenden drei Jahre. Beide Wissenschaftlerinnen sagen, es gebe einen grossen Unterschied in der Position von Männern und Frauen in Bezug auf Wahrzeichen in der Natur. Männliche Wahrzeichen seien viel sichtbarer und würden eher unter kulturellen Schutz gestellt als solche, die auf Frauen in der Geschichte hindeuten.

Historische Frauen ins Abseits geschoben
Ziel des Projektes sei es, neues Wissen über Frauen und ihre Stellung in der isländischen Landschaft zu sammeln, der Fokus soll dabei auf den Isländersagas und ihrer landschaftlichen Umgebung liegen. Die Schlüsseltheorie besagt, dass Frauen aus schriftlichen Quellen wie etwa den Isländersagas regelrecht ins Abseits geschoben oder ganz aus der Landschaft gestrichen worden seien. Es erweist sich daher als schwieriger, die Existenz von Frauen aus einer bestimmten Landschaft abzulesen als die von Männern. Der Gedenkstein wurde an der Stelle in Laugarnes niedergelegt, wo man glaubt dass Hallgerður langbrók begraben wurde. Mit dem Runen-R werden in Island historische Stätten gekennzeichnet, die ausserhalb gekennzeichneter Wege liegen.

Gehasste und bewunderte Heldin
Hallgerður langbrók ist wohl Islands umstrittenste Sagaheldin, gehasst und bewundert für die Rolle, die sie als Gattin von Gunnar auf Hlíðarendi in der Njálssage spielt. Hallgerður kam aus einem anderen Landesteil und hatte damit keinen sozialen oder familiären Rückhalt, als sie den strahlenden südisländischen Kämpfer Gunnar heiratete. Die Njálssage beschreibt sie als hochmütig, intrigant und kaltblütig, und es dauert nicht lange, bis es zu einer Auseinandersetzung mit Gunnars Freunden kommt. Bei einem Gastmahl weigert sie sich, Njáls Ehefrau Bergþóra Platz zu machen und wird dafür von Gunnar vor allen Gästen geschlagen und gedemütigt. Sie schwört, ihm diese Ohrfeige heimzuzahlen. Jahre später landet der Heisssporn Gunnar in ernsten Schwierigkeiten, seine Feinde haben den Hof umstellt und fordern seine Auslieferung. Da reisst ihm die Sehne seines Bogens und er fordert Hallgerður auf, ihm eine Strähne ihrer langen Haare zu geben, um daraus eine Bogensehne zu binden. Sie weigert sich und sagt, sie zahle ihm nun die Ohrfeige von damals zurück. Gunnar wird von seinen Feinden getötet. Seit dieser Zeit ist Hallgerður vor allem als die Frau bekannt, die dem Helden den Tod brachte.

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