Verunfallte Reiterin mit 2,38 Promille muss 50% ihres Schadens zahlen Skip to content
Photo: Dagmar Trodler.

Verunfallte Reiterin mit 2,38 Promille muss 50% ihres Schadens zahlen

Eine Frau ist nach ihrem Reitunfall im Jahr 2018 vom Landesgericht heute dazu verurteilt worden, die Hälfte ihres Schadens wegen Eigenverschuldens selbst zu tragen, weil bei ihr in der Notaufnahme ein Blutalkoholgehalt von 2,38 Promille gemessen worden war. Das Bezirksgericht hatte zuvor den Schaden zur Gänze an die Versicherungsgesellschaft verwiesen, berichtet mbl.is.

Der Unfall hatte sich 2018 bei einer Reittour zwischen Reykja im Mosfellsdal und Laxness zugetragen, Zeugenberichten zufolge wurde vor Beginn der Reittour getrunken. Doch niemand will bemerkt haben, dass die Verunfallte wegen des Alkohols nicht in der Lage gewesen sei, ihre Stute zu reiten. Unter anderem hatte es in Zeugenberichten gehiessen, sie sei “auf dem Pferderücken geboren und aufgewachsen und sei wohltrainiert gewesen, als der Unfall passierte.”

Die Reiterin selbst erinnert sich nicht an den Unfall, sie trug beträchtliche Verletzungen davon. Sie erlitt einen Schädelbasisbruch und Zerrungen in Hals und Hüfte. Dazu hat sie nach eigener Aussage den Geruchssinn verloren und leidet zusätzlich unter Sichtverlust und verminderter Konzentration. Die Versicherungsgesellschaft hatte ein Drittel der Krankenkosten beglichen und befunden, der Alkoholkonsum der Reiterin befreie das Unternehmen von weiterer Verantwortung und Zahlung. Sie hatte zugegeben, vor Beginn der Reittour zwei Bier getrunken zu haben.

Mit 2,38 Promille nicht in der Lage das Pferd zu lenken
Im Urteil wird auf ein Informationspapier der Universitätsklinik hingewiesen, nach dem bei einem Alkoholgehalt von 2,1 bis 2,8 Promille Betrunkenheitssymptome offensichtlich seien, ausserdem lägen Schwierigkeiten bei Sprache und Bewegung vor. Der isländische Automobilclub FÍB informiert, dass 1,5 Promille im Blut zu schwerwiegenden Einschränkungen von körperlichen und geistigen Fähigkeiten führten, zu Verantwortungslosigkeit, sowie zu Schwierigkeiten beim Stehen, Gehen und Sprechen.
Bei den 2,38 Promille der betreffenden Reiterin kommt das Gericht zu dem Ergebnis, dass die Frau nicht in der Lage gewesen ist, ihr Pferd sicher zu lenken, als sich der Unfall ereignete. Damit habe sie eine unglaubliche Fahrlässigkeit bewiesen.
Als geübtem Reiter habe der Frau klar sein müssen, dass sie ausgesprochen gefährdet gewesen sei, in diesem Zustand vom Pferd zu stürzen, vor allem, wenn etwas Unerwartetes passiere.

Die Frau wollte geltend machen, dass die Blutalkoholmessung nicht ausreichend gewesen sei und vor allem, dass die Messung in der Uniklinik durchgeführt worden sei. Darauf liess sich das Gericht jedoch nicht ein. Am Ende wurde die Versicherungsgesellschaft dazu verurteilt die andere Hälfte der Arzt- und Heilungskosten zu tragen, mit dem Verweis darauf, wie umfangreich die körperlichen Verletzungen der Frau ausgefallen waren. Ausserdem hätten Daten darauf hingewiesen, dass die Stute durch äussere Einflüsse gescheut habe, und dass die Reiterin äusserlich nicht besonders betrunken gewirkt habe.

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