Tierschutzfall von Borgarnes: 13 Pferde euthanasiert Skip to content
Photo: Dagmar Trodler.

Tierschutzfall von Borgarnes: 13 Pferde euthanasiert

Einer der schwersten Fälle von Tierquälerei der letzten Jahre ist gestern Abend vorläufig zuende gegangen. Zwölf der vernachlässigten und halbverhungerten Pferde in Borgarnes sind ins Schlachthaus gefahren worden, das Fohlen, welches seit seiner Geburt in einer engen Box gelebt hatte, wurde noch vor Ort euthanasiert. Die ganze Aktion fand unter der Leitung der isländischen Veterinäraufsichtsbehörde MAST statt.
Die restlichen Pferde, einige von ihnen in schlechter körperlicher Verfassung, sind dem Pferdehalter mit Fütterungsauflagen zurückgegeben worden, nachdem die Behörde noch am Montag den gesamten Pferdebestand amtlich beschlagnahmt hatte, berichtet Vísir.

Tatenlosigkeit der Behörde kritisiert
Steinunn Arnadóttir, die Organistin von Borgarnes, die sich in den vergangenen Monaten für die Pferde stark gemacht hatte, und die gestern bei Abholung der Pferde anwesend war, gab an, sie sei bestürzt über die Tatenlosigkeit der Behörde, sowie über die Erklärung der Behördenleitung. In der Erklärung hatte es gehiessen, MAST sei noch vor Bekanntwerden der Angelegenheit in den Medien bereits aktiv geworden und habe an dem Fall gearbeitet. Auf Anfragen isländischer Medien war stets darauf verwiesen worden, dass man sich zu einzelnen Fällen nicht äussere.
Steinunn bezeichnet den Fall als tragisch, denn seit Monaten habe es von Augenzeugen Klagen, Briefe und Anrufe wegen der Tierquälerei gegeben, die samt und sonders von Behördenseite und auch seitens des Landwirtschaftsministeriums ignoriert worden waren. Betroffen ist sie auch über die Tatsache, dass der Vorbesitzerin einiger Pferde kein Rückkaufsrecht eingeräumt worden war.

Der isländische Tierschutzbund (SDÍ) hatte vor einigen Tagen in einem öffentlichen Brief die Eignung der Behörde in Zweifel gezogen, bei solchen Fällen von Tierquälerei angemessen zu reagieren, weil sie über die rechtlichen Mittel verfüge, sie aber nicht anwende.
Der Tierhalter besitze Steinunn zufolge auch Milchvieh und Schafe, die unter anderem jahrelang nicht den Stall verlassen hätten, obwohl MAST wiederholt Meldung wegen schlechter Behandlung gemacht worden sei. Beim amtlichen Tierschutz müsse sich so einiges ändern, meint Steinunn, damit der Bürger darauf vertrauen kann, dass das Überwahungssystem funktioniere.

Überprüfung durch Rechnungshof
Der Tierquälerfall von Borgarnes hat auch dazu geführt, dass der nationale Rechnungshof eine Initiativprüfung der Tierschutzüberwachung bei MAST eingeleitet hat. Rechnungshofleiter Guðmundur Björgvin Helgason hatte im Sommer RÚV gegenüber angegeben, die Tatsache, dass die Tierschutzüberwachung der Behörde immer wieder in die öffentliche Kritik gerate, sei Anlass, sich die Arbeit der Abteilung einmal genauer anzuschauen. Das Ergebnis der Prüfung soll dann in einem offiziellen Bericht an das isländische Parlament veröffentlicht werden.

 

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