Tauziehen um die vernachlässigten Pferde aus dem Borgarfjörður Skip to content
Photo: Dagmar Trodler.

Tauziehen um die vernachlässigten Pferde aus dem Borgarfjörður

Die Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsbehörde MAST hat es abgelehnt, auf das Kaufgebot einer Tierschutzaktivistin einzugehen, mit der diese vernachlässigte Pferde aus der Beschlagnahmung der Behörde freikaufen wollte, berichtet Vísir. Die Behörde sieht keine rechtliche Grundlage für einen Verkauf der Tiere. Man werde auch weiterhin beschlagnahmte Pferde schlachten lassen, sollte der Besitzer auf behördliche Anordnungen nicht reagieren.

Birta Flókadóttir hatte gestern ein Rettungswerk ins Leben gerufen, mit dem gesammelten Geld wollte sie Pferde, die von MAST beschlagnahmt werden, freikaufen und sie so vor der Tötung bewahren. In dem konkreten Fall waren letzte Woche 13 halbverhungerte Pferde geschlachtet worden, der Rest der vernachlässigten Pferde war an den Besitzer zurückgegeben worden. Zehn dieser Pferde befinden sich in kritischem Zustand. Diese Pferde könnten als nächstes in der Beschlagnahmung landen. Die Spendengelder sollen dem Kauf und der sachgerechten Fütterung der Tiere bis zur Genesung dienen.

Behörde lehnt Kaufgebot unbesehen ab
Birta begab sich mit einem Kaufgebot auf acht dieser Pferde ins Behördenhaus. Das Tierschutzgesetz (Art. 37) räumt dem Besitzer 48 Stunden Zeit ein, um den angemahnten Zustand zu ändern, danach erfolgen Beschlagnahmung und Schlachtung. Dieses Zeitfenster wollte sie nutzen und eine Versorgungsalternative anbieten, bevor die Pferde in der Schlachtung landen.
“Ich bin mit dem Kaufangebot dort hin und traf die Behördenleiterin von MAST, und zwei Bereichsleiter, und sie weigerten sich, das Kaufgebot anzunehmen.” berichtet Birta. “Wir haben eine halbe Stunde lang gesprochen. Die wollten die Papiere weder anschauen noch annehmen. Und sagten, sie hätten keinen rechtlichen Spielraum, die Pferde unter den Bedingungen an andere zu verkaufen.”

Birta hat MAST um schriftliche Erklärung für die Ablehnung gebeten. Ein Anwalt, der sich der Sache annehme, sehe durchaus eine rechtliche Grundlage.
Im 37. Artikel des Gesetzes zum Tierschutz steht unter anderem, dass MAST über beschlagnahmten Tiere verfüge. Die Behörde könne sie versteigern, oder verkaufen, sowohl lebendig als auch ans Schlachthaus, wenn es keine andere Versorgungsmöglichkeit gebe.
Bei der Aktion am vergangenen Montag habe die MAST-Tierärztin Birta zufolge angegeben, die Pferde hätten nur Futter gebraucht, und nichts anderes, aber es hätte keine Unterbringungsmöglichkeit gegeben.
Fünf der Kaufgebote stammen von Pferdezüchtern, die von MAST ohnehin regelmässig kontrolliert werden. “Das ist jetzt nicht so, dass die Pferde an irgendwen gehen sollen.” sagt Birta.

Landwirtschaftsministerin fordert Erklärung
Gestern wurde bekannt, dass die Ministerin für Landwirtschaft, Fischerei und Lebensmittel, Svandís Svavarsdóttir, MAST auffordert, Informationen über die Durchführung von Tierschutzkontrollen und Verfahren zu liefern, wenn ein Verdacht aufkommt, dass Tierhalter die gesetzlichen Bestimmungen nicht einhalten, sei es bei einer allgemeinen Kontrolle oder aufgrund von Hinweisen aus der Bevölkerung.

Die Ministerin verlangt auch Informationen darüber, ob die Behörde einen Mangel an gesetzlichen Vorgaben sehe, um das Wohlergehen der Tiere gewährleisten und geeignete Maßnahmen zu ergreifen zu können, wenn die Situation dies erfordert. Gleichzeitig soll MAST die Ministerin über ihre Politik bezüglich Informierung der Öffentlichkeit aufklären, während und nach Abschluss der Maßnahmen zum Wohlergehen der Tiere.

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