Rätselhafter Pferdetod aufgeklärt: Clostridien nach Wurmspritze Skip to content
Photo: Dagmar Trodler.

Rätselhafter Pferdetod aufgeklärt: Clostridien nach Wurmspritze

Bei den sechs Ende November verendeten Pferden aus dem Südland liegt nun ein Ergebnis vor. Die Veterinäraufsichtsbehörde MAST hatte in Zusammenarbeit mit dem Labor in Keldur rätselhafte Todesfälle bei aufgestallten Pferden untersucht. Die 13 Pferde waren zwischen dem 23. und 25. November im Stall erkrankt, nachdem sie von einer Weide im Süden Islands in die Stadt gebracht worden waren, sechs von ihnen verendeten.
Alles weist darauf hin dass es sich um eine Clostridieninfektion handelt, eine genauere Spezifikation läuft noch, heisst es auf der Webseite von MAST.

Die Pferde hatten sich in zwei getrennten Gruppen befunden worden, bis sie am 21. November zusammengetrieben wurden und man ihnen ein Entwurmungsmittel injizierte. Nur die Pferde aus einer Gruppe erkrankten danach. Die Bakterien hatten sich offenbar auf dieser Weide stark entwickelt. Clostridien bilden ruhende Sporen, von denen es offenbar grosse Mengen im Fell der Pferde gegeben hat. Als die Haut durch die Kanülen der Entwurmungsinjektion verletzt wurde, fanden die Bakterien Zugang in den Organismus, denn unter der Haut herrschen anaerobe Bedingungen, bei denen Clostridien erwachen, sich vermehren und Giftstoffe bilden. Diese Giftstoffe können plötzliche Todesfälle verursachen, aber auch hohes Fieber und starke Schwellungen, die ebenfalls tödlich enden können. Eine solche Infektion ist sehr schwer zu behandeln und die Vergiftungserscheinungen kaum zu stoppen.

Bislang hat es in Island noch keine derartige Gruppeninfektion gegeben, auch wenn es sich nicht um ein neuen Erreger handelt, denn Clostridien kommen durchaus in Island vor, wie etwa der wenn auch seltene Tetanuserreger. Ebenfalls bekannt sind Botulismuserkrankungen im Rahmen einer Futtervergiftung durch Kadaververschmutzung im Heu.

Eine Impfung gegen Clostridien gibt es in Island nicht. Vielmehr wird davor gewarnt, Entwurmungsmittel per Injektion zu applizieren, weil immer die Gefahr besteht, dass sich an der Einstichstelle Infektionen bilden. Das Entwurmungsmittel verursacht dort auch Juckreiz, wodurch eine noch grössere Gefahr von Hautläsionen und rund um die Einstichstelle besteht, durch die der Erreger eindringen kann.
Es ist nicht bekannt, wie es zu einem derart hohen Befall von Clostridien auf der betroffenen Weide kommen konnte.
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