Pferdezucht: Arbeitsgruppe untersucht Schlafkrankheit beim Islandpferd Skip to content
Photo: Dagmar Trodler.

Pferdezucht: Arbeitsgruppe untersucht Schlafkrankheit beim Islandpferd

In Island wird derzeit das Aufkommen von Narkolepsie in Pferden untersucht. Narkolepsie ist eine chronisch-neurologische Erkrankung, die sich in episodisch auftretenden und zwanghaften Schlafanfällen äussert. Die Krankheit kann bei Fohlen und bei erwachsenen Pferden (sowie bei Mensch und Hund) auftreten. Fohlen werden in der Regel euthanasiert. Es besteht ein Verdacht der Erblichkeit.

Züchterisch eliminieren
Bei der Narkolepsie handelt es sich um eine Erbkrankheit, schreibt RÚV, die sich zeigen kann, wenn zwei Genträger angepaart werden. Sie tritt auch bei Pferden in Island auf. Als Ursache wird eine Fehlfunktion des Orexin-Hypocretin-Systems im Hypothalamus vermutet. Hypocretin ist ein Neuropeptid, welches an der Schlafregulierung beteiligt ist und bei der Narkolepsie vermindert gebildet wird.
Die Tierärztin und Pferdezüchterin Sonja Lindal leitet eine vom Pferdezuchtverband neugeschaffene Arbeitsgruppe, die Daten und Proben sammelt und einen Test entwickelt, mit dem Genträger identifiziert werden können.  Damit soll es möglich werden, die Erkrankung züchterisch aus dem isländischen Bestand zu eliminieren. Die auf dem Kontinent vorhandene medikamentöse Behandlung wird in Island nicht durchgeführt.

Nicht nutzbare Pferde
Im Fall einer Erkrankung zeigen sich die Symptome beim Fohlen sofort. Die Tiere taumeln, lassen den Kopf hängen, schlafen im Stehen und kippen von den Füssen. In der Regel sehe man dies bei Saugfohlen, die noch dicht bei der Mutter laufen, erklärt Sonja. Sie dämmerten weg, dann wachten sie auf und liefen weiter als ob nichts gewesen sei. Diese Pferde leiden nicht, und sie entwickeln sich ansonsten auch normal, aber sie sind eigentlich nicht nutzbar.
„Es ist schwer, eine Aufgabe für die zu finden, denn man will natürlich mit solchen Pferden nicht züchten, und nur die wenigsten trauen sich, so ein Pferd zu reiten. Damit ist das vor allem ein finanzieller Schaden für den Züchter,“ sagt Sonja. Da sich die Symptome beim Fohlen sofort zeigten, würden diese in der Regel euthanasiert.

Weniger genetische Vielfalt in der Sportzucht
Narkolepsie ist nicht meldepflichtig, daher ist auch nicht bekannt, wieviele Fohlen der isländischen Nachzucht jedes Jahr mit den Symptomen zur Welt kommen. Der Erkrankung wird jedoch immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt, immerhin besteht die Möglichkeit, dass sie weiter verbreitet ist als gedacht, und zwar im Bestand der Zucht- und Sportpferde, wo die genetische Vielfalt geringer ist und die Verwandtschaft unter Elterntieren grösser.

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