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Hohe Fluorwerte im Heu aus dem Reyðarfjörður

Der Fluorgehalt im diesjährigen Heu im Reyðarfjörður fällt so hoch aus, dass dieses Heu keinem milchgebendem Wiederkäuer gefüttert werden darf, berichtet RÚV. Das Fluor stammt aus der Aluminiumschmelze in Reyðarfjörður, wo die Werte im Sommer wegen Trockenheit und Windstille hoch ausgefallen waren.
Das Aluminiumwerk Alcoa Fjarðarál setzt Fluor frei und vertraut darauf, dass der Wind den Giftstoff wegbläst und Regen ihn vom Gras in den Boden wäscht.
In diesem Sommer waren die Bedingungen im Reyðarfjörður allerdings ungünstig, denn bei schönstem Sommerwetter und Windstille blieb das Fluor erhalten und brachte Höchstwerte im Heu.
Wie RÚV schreibt, bestehe keine Gefahr für Mensch und Tier, doch müsse die Lage überwacht werden. Überdies hat das ostisländische Naturkundeinstitut bei den Landwirten Heuproben eingeholt, die beim Meeresforschungsinstitut Hafro untersucht wurden.

Probleme nur für Milchvieh
Nach Informationen der Lebensmittel- und Veterinäraufsichtsbehörde MAST lagen die Fluor-Werte unter dem Grenzwert für Pferde, welche eine hohe Fluorbelastung aushalten können. Zwei Proben lagen am Grenzwert für Schafe. Die meisten Probleme gibt es beim Milchvieh, weil Fluor über die Milch ausgeschieden wird und Kälber schädigt. Die fluorbelastete Milch ist für die weitere Nutzung nicht geeignet.

EU-Grenzwerten zufolge darf das Fluor im Milchviehfutter 30 Milligramm pro Kilo Heu bei 88% Trockensubstanz nicht überschreiten. Viele der genommenen Proben lagen über diesem Wert, bei MAST heisst es, die Messungen sollen nun mit anerkannten Messmethoden wiederholt werden.
Zum Glück gibt es im Reyðarfjörður kein Milchvieh. Auf dem Schafhof Slétta lagen die Fluorwerte unter dem Grenzwert. Vom Hof Áreyjar aus wird Heu auf die Färöerinseln eportiert, die Höfe Seljateigur und Kollaleira produzieren Pferdeheu. Auf diesen Höfen ergaben die Messungen höhere Fluorwerte.

Studie im Hvalfjörður stellte Zusammenhang von Fluor und EMS fest
Auch wenn für den Reyðarfjörður festgestellt wurde, dass Pferde durch die Fluorbelastung keiner Gefahr ausgesetzt sind, so gibt es einen Präzedenzfall und eine anderslautende Studie zum Thema Fluor.
Im Jahr 2016 hatten die beiden Tierärzte Jakob Kristinsson und Sigurdur Sigurdsson an EMS (Equines Metabolisches Syndrom) erkrankte Pferde im Hvalfjörður sowie deren Fütterung untersucht. Auch auf dem Hof Kúludalsá waren nach einem Betriebsunfall beim benachbarten Aluminiumwerk Grundatangi im Jahr 2007 hohe Fluorwerte festgestellt worden, bei der Hälfte der Herde von Kúlúdalsá wurde in den darauffolgenden Jahren EMS diagnostiziert.
Einige der erkrankten Pferde hatten eingeschläfert werden müssen. MAST hatte damals in einem Gutachten festgestellt, dass die Pferde schlicht überfüttert und daher verfettet gewesen seien.

Die beiden Tierärzte hatten in den Knochen der Pferde jedoch eine viermal höhere Fluorbelastung gefunden als in Gebieten, wo Fluor ohnehin vermehrt auftritt. Die vom Ministerium für Arbeit und Innovation initiierte Studie, so berichtete Vísir damals, stellt einen Zusammenhang zwischen der Stoffwechselstörung und dem Fluorgehalt im Blut der Pferde heraus: Je höher der Fluorwert lag, desto deutlicher zeigte sich die Erkrankung. Damit deckten sich die Ergebnisse mit Studien aus dem Ausland, wo man eine Wirkung von Fluor auf den Insulin- und Glukosestoffwechsel von Menschen und Ratten hat nachweisen können.

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