Erste Hengststation für Exportsperma geplant Skip to content
Photo: Dagmar Trodler.

Erste Hengststation für Exportsperma geplant

Die erste Pferdebesamungsstation unter Quarantänebedingungen soll im kommenden Frühjahr in Island eröffnen. Wenn der Betrieb läuft, wird es möglich sein, Pferdesperma für die Zucht ins Ausland zu verkaufen, berichtet RÚV. Bis dahin müssen auch weiterhin tragende Stuten oder der Hengst selbst exportiert werden, diese dürfen jedoch aus Seuchenschutzgründen nicht mehr nach Island zurückgebracht werden.

Besamung nach britischen Vorbild
Guðmundur Jón Viðarsson und seine Ehefrau, Pferdezüchter auf Skálakot bei Hvolsvöllur, sind dieser Tage dabei, die Hengststation auf der Länderei Efra-Holt zu errichten. Schon jetzt werde im Frühjahr an einigen Orten in Island die Besamung von Stuten angeboten, auf ihrem Hof sollen dann aber mehrere Zuchthengste über längere Zeit zur Absamung in Quarantäne gehalten und ihr Sperma eingefroren werden, damit dieser dann ins Ausland exportiert werden kann.
„Wir stehen in Zusammenarbeit mit einem britischen Unternehmen, das seit 30 Jahren in der Branche tätig ist und bemerkenswerten Erfolg bei ausländischen Pferderassen erzielt hat, und meine Kollegen auf dem Kontinent haben bereits Sperma von Islandhengsten eingefroren, und das hat gut geklappt,“ sagt Guðmundur. Das Sperma wird in Flüssigstickstoff eingefroren und für den Gebrauch aufgetaut. Erfahrungsgemäss seien nach Auftauen 80 bis 90 Prozent der Spermien noch am Leben, weiss Guðmundur.

Dritte Option könnte einträglicher werden
Zur Zeit haben Besitzer von überragenden Pferden eigentlich nur zwei Möglichkeiten, diese zur Zucht einzusetzen – entweder auf übliche Weise hierzulande, wo Interessenten sich dann um die 3000 bis 4000 verfügbaren Decksprünge pro Jahr schlagen, oder sie können ihr Zuchtpferd für teuer Geld ins Ausland verkaufen, doch dann ist es für die inländische Zucht verloren.
„Jetzt gibt es da diese dritte Option, du kannst dein Pferd hier absamen lassen und das Sperma in die ganze Welt verkaufen.“
Die fruchtbare Zeit der Pferde liege zwischen Mitte Mai und Anfang August, danach gebe es keine Stuten mehr, doch mit der Gefriermethode könne man bis zu acht Monate pro Jahr Sperma produzieren.
Und offenbar kann das tiefgefrorene Sperma auch zeitlich unbegrenzt gelagert werden. Guðmundurs zitiert seinen britischen Kollegen, wonach es keinen Unterschied zwischen 30 Jahre altem Sperma und frisch produziertem Sperma gebe.

Antrag auf Betriebsgenehmigung läuft
Zur Zeit wird der Genehmigungsantrag für die Quarantänestation ausgearbeitet, und wenn alles gut geht, kann der Betrieb im kommenden Frühjahr losgehen.
Zu den Voraussetzungen und Bedingungen, unter denen Hengste für diese Export-Besamung vorbereitet und in Quarantäne gehalten werden müssen, liegen bislang keine Informationen vor. Eine bestehendes Regelwerk gibt nur für Quarantänebesamungsstationen, wo isländische Kühe mit importiertem Spermamaterial besamt werden, deren Bullenkälber für die spätere Bedienung im Inland vorgesehen sind.
Aufsichtsführend und verantwortlich für das Tierwohl solcher Stationen ist die isländische Veterinäraufsichtsbehörde MAST.

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