Landesverband der isländischen Reitvereine entfernt Johann R. Skúlason aus Nationalmannschaft Skip to content
Photo: LH, Facebook.

Landesverband der isländischen Reitvereine entfernt Johann R. Skúlason aus Nationalmannschaft

Die Leitung des isländischen Landesverband der Reitvereine (Landssamband hestamannafélaga, LH) und der Ausschuss für das Reiternationalteam haben einer Ankündigung auf der Webseite zufolge die Entscheidung getroffen, ein Mitglied aus der isländischen Nationalmannschaft der Reiter zu entfernen.

Der Entschluss wurde gefasst, nachdem Informationen zu einem Gerichtsurteil bekannt geworden waren, nach dem das Mitglied der isländischen Nationalmannschaft wegen eines Sexualverbrechen verurteilt worden war. Weder Vereinsleitung noch Ausschuss hätten von dem Urteil gewusst, heisst es in der Bekanntmachung.

Die Leitung des LH hält es für unhaltbar, dass Personen, denen schwere Sexualverbrechen vorgeworfen werden oder die deswegen verurteilt wurden, der Nationalmannschaft angehören, ganz gleich, ob sie in Island leben oder im Ausland. In solch einem Fall wird das Image des LH, des Landes und des Reitsportes im Ganzen beschädigt, ausserdem läuft es den Werten zuwider, für die der LH steht. Der Verband wendet sich ganz klar gegen jegliche Form von Gewalt.

Der LH ist ein Sonderverband innerhalb des isländischen Sport- und Olympiaverbands (ÍSÍ), und dem Gesetz nach darf der ÍSÍ keine Person, die nach dem XXII. Artikel des Strafgesetzbuches ein Urteil wegen Sexualverbrechen erhalten hat, für eine Tätigkeit innerhalb des Sportverbandes einsetzen. Dies gilt sowohl für Personen, die als Freiwillige tätig sind als auch für Personen, die ein Gehalt beziehen.

Die Verbandsleitung hat sich bei ihrer Entscheidung unter anderem auf diese Bestimmung bezogen, als sie den Reiter der Nationalmannschaft verwies. Zusätzlich bezog sie sich auf eine vergleichbare Bestimmung, die bei der FEIF Jahreshauptversammlung 2019 beschlossen worden war und im Anhang 9 des Verbandsregelwerkes zu finden ist.
Bei LH und ÍSÍ ist vereinsintern damit begonnen worden, das gesamte Regelwerk rund um Gewalt und Sexualverbrechen zu überarbeiten und festzulegen, welche Voraussetzungen ein Auserwählter erfüllen muss, um für den Verband in einem sportlichen Wettbewerb antreten zu dürfen.

Verband steht hinter seiner Entscheidung
LH-Verbandsvorsitzender Guðni Halldórsson sagte Vísir gegenüber, dies sei wohl die grösste Entscheidung gewesen, die ein Sonderverband jemals habe treffen müssen: seinen stärksten Sportler und grössten Namen der Szene aus der Nationalmannschaft zu entfernen.
“Wir sehen es als nicht haltbar für uns an, als einer der grössten Sonderverbände innerhalb des ÍSÍ uns nicht mit solch einer Angelegenheit zu befassen. Sexualverbrechen, ganz besonders wenn es um Kinder geht, können und werden in unsere Frontmannschaft nicht geduldet.” sagte Guðni.

In der Ankündigung des LH wird der Name des Reiters nicht genannt, doch Vísir zitiert das Magazin Mannlíf, welches das Gerichtsurteil über den in Dänemark ansässigen isländischen Nationalreiter Johann Rúnar Skúlason vorliegen haben soll. Demnach habe Skúlason im Alter von 24 Jahren eine 13-Jährige in einem Geschäft belästigt und später im seinem Auto sexuell missbraucht. Er wurde damals zu einer Bewährungsstrafe von vier Monten verurteilt.

Zuletzt hatte es grosse öffentliche Diskussionen um Sexualverbrechen von Sportlern gegeben, wie etwa im Herrenfussball, wo der Verbandspräsident des KSÍ von seinem Posten zurückgetreten war und einige Spieler nicht mehr im Nationalteam vertreten sind. Alle seien sich der Lage bewusst, die nun aufgekommen sei, sagt Guðni.

“Natürlich spielt dort alles hinein, was Teil unserer Gesellschaft ist, und es gibt heute eine andere Debatte und man geht anders an die Dinge heran als noch vor fünf Jahren. Ich kann nicht sagen, ob es anders gelaufen wäre, wenn solch eine Angelegenheit damals aufgekommen wäre, aber so ist der Stand eben heute.” erklärt der Verbandsvorsitzende des LH.
“Diese Entscheidung ist in Anlehnung an die heutige Umgebung und Lage gefällt worden, und wir stehen hinter ihr.”

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