Zwei kleine Windräder starten Energiewende auf Grímsey Skip to content

Zwei kleine Windräder starten Energiewende auf Grímsey

Mit Zustimmung des Planungsrates in Akureyri werden in diesem Sommer zwei Windräder auf der Insel Grímsey aufgestellt. Dieses Versuchsprojekt ist ein erster Schritt in die Energiewende der Insel und hin zu echtem grünem Strom. Zur Zeit wird Grímseys gesamte Stromversorgung mit Dieselaggregaten gefahren. Eine Umstellung auf eine umweltfreundlichere Versorgung ist jedoch schon lange im Gespräch, nicht zuletzt weil der Dieselstrom hohe Kosten mit sich bringt.

Kleine robuste Windräder
Zunächst sollen zwei Windräder errichtet werden, ihre Zahl könnte sich dann auf sechs erhöhen. Die beiden Windräder befinden sich bereits in Akureyri, wo letzte Genehmigungen erteilt werden müssen. Es handelt sich um 12 Meter hohe Räder, die an Orten mit ähnlich harschen Witterungsbedingungen wie Grímsey bereits zum Einsatz kommen, wie etwa in Alaska oder Schottland. Das Projekt ist komplett rückbaubar.
Die beiden Windräder liefern etwa 10 Prozent des Energiebedarfs der Inselbewohner. Am Ende des Testlaufs soll im Idealfall jedoch die Verwendung des fossilen Brennstoffs zur Stromerzeugung auf der Insel ganz wegfallen.

Guðmundur Haukur Sigurðarson, der Geschäftsführer des Projektnehmers Vistorka erklärt, man habe sich ein Jahr gegeben, um nicht nur die Auswirkungen des Inselwetters auf die Windräder zu testen, sondern auch zu beobachten, was in der Vogelwelt passieren wird.
Insgesamt sollen maximal sechs Windräder auf Grímsey stehen, um die Energiewende für die Insel zu vollziehen.
“Das ist kompliziert, das ist gefährlich, dass ist teuer, daher wollen wir das eher langsam angehen. Wenn das beim ersten Test nicht funktioniert, ist es gut, nicht zuviel investiert zu haben,” sagt Guðmundur

Für die Zukunft wünscht man sich weitere umweltfreundliche Energielieferanten, um die Insulaner mit Strom zu versorgen. Ein Versuch, Biodiesel zu verbrennen, hat gute Erfolge gebracht. “Wir planen auch den Aufbau von Solarzellen, die genausoviel Energie erzeugen sollen wie die Windräder. Das wird dann so eine Art Wettbewerb,” meint Guðmundur. “In dem Zusammenhang möchten wir auch eine kleine Icewind-Turbine aufzustellen, die in Reykjavík produziert wird, sowie Batterien aus fahruntüchtigen Elektroautos.”

Vögel haben wenig zu befürchten
Stimmen, die negative Auswirkungen auf das Vogelleben befüchten, gibt es relativ wenige. Man habe, so sagt Guðmundur, den Naturschutz in die Planungen miteinbezogen, als die Standorte der Windräder beschlossen wurden. Sie werden an einem Ort aufgebaut, wo sich ohnehin nicht viele Vögel aufhalten. Dort stehen bereits hohe Telekomunikationsmaste. Die Windräder sind klein und werden dicht nebeneinander gesetzt, damit soll verhindert werden, dass sich Vögel zwischen ihnen verirren.
Aber eins der Ziele sei ja eben die Prüfung, welche Auswirkungen solche Räder auf die Fauna hätten und wie sie sich als Energielieferanten bewährten.

 

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