Zwei ausgestopfte Eisbären sollen in Nordisland zu sehen sein Skip to content

Zwei ausgestopfte Eisbären sollen in Nordisland zu sehen sein

Eisbären haben zwei nordisländische Gemeinderatssitzungen in den vergangenen Tagen mehr als sonst beschäftigt, berichtet Vísir. Im Skagafjörður hatte das Naturbüro des Nordlandes darum gebeten, einen ausgestopften Eisbären ausstellen zu dürfen, der seit Jahren im Rathauskeller verstaubt. Er war im Jahr 1986 im Fljótum geschossen worden.  Auch das nordisländische Húnabyggð möchte einen ausgestopften Einsbären ausstellen, der sich in der Asservatenkammer des Naturwissenschaftlichen Institutes in Reykjavík befindet. Dieser Eisbär war im Sommer 2008 auf dem Berg Þverárfjall geschossen worden und hatte lange im Rathaus der Gemeinde Blönduós gestanden.

Nordpolausstellung geplant
Im aus dem Jahr 1877 stammenden Hillebrandshús in Blönduós soll eine Nordpolausstellung eröffnet werden, für die Gemeinde sich stark macht.
„Im Zusammenhang damit kam uns die Idee, die Behörden zu bitten ob wir den Bären nicht wieder zu uns holen können,“ erklärte Bürgermeister Pétur Arason Vísir gegenüber. Gerade das Húnabyggð verdiene den Eisbären, immerhin trage die Region seinen Namen, (isl. húnn = Eisbärenjunges) , und viele Ortsnamen erinnern an Eisbären: Húnavellir, Húnaver, Húnavatn. Auch die Ortswappen der Region trügen fast alle einen Eisbären.

Eisbären für Schulklassen
Starri Heiðmarsson, der Leiter des Naturbüros im Nordwesten, hatte seinen Wunsch nach dem Bären vorgetragen. Auf der Gemeinderatssitzung begrüsste man den Vorstoss und gab dem Antrag statt. Der Eisbär, um den es gehe, sei ein Jungtier und etwas kleiner als ausgewachsene Eisbären. Nun gehe es nur noch darum, ein paar starke Männer zu finden, um den Bären aus dem Keller zu holen. Er soll dann vor dem alten Haus der Aðalgata 2 in Sauðárkrókur zu stehen kommen, wo das Naturbüro seine Räumlichkeiten unterhält.

„Ich möchte in Zukunft dann jedes Jahr Grundschulklassen einladen, sodass das ein Teil der normalen Schulbildung in Sauðárkrókur wird, den Eisbären anzuschauen. Und zu lernen, wie Eisbären sich an das kalte Klima anpassen und diskutieren, welche Möglichkeiten sie in der Klimaerwärmung haben.“ Immerhin habe die PISA-Studie zutage geführt, dass Naturkunde nicht gerade zu den Stärken isländischer Schüler zählt.
Am besten gehe man das Problem an, indem man ihnen Dinge aus der unmittelbaren Umgebung zeige. „Auch wenn Löwen und Tiger sehr spannend sind, dann ist es vielleicht gut, Verbindung zur Heimat zu aufzubauen.“

Per Eisscholle gelangen immer mal wieder Eisbären von Grönland aus nach Island, und obwohl sie unter Schutz stehen, hatte sich das Parlament im Jahr 2009 darauf verständigt, solche Bären zu entnehmen, weil sie lebensgefährlich für Mensch und Tier sind, und weil Grönland sie aus Seuchenschutzgründen ohnehin nicht zurückhaben will. Ein Rücktransport ins ewige Eis ist auch kaum machbar, weil die Betäubung des Tiere nicht lange genug anhält.

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