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Zoll wirft Þorri-Essen in den Müll

Die Vorsitzende des isländischen Heimatvereins in Gran Canaria findet es enttäuschend, dass man den Vereinsmitgliedern heute Abend beim ersten Þorrablót auf den kanarischen Inseln kein traditionelles Þorri-Essen vorsetzen könne. Das war nämlich am Flughafen von den Zollbehörden weggeworfen worden, berichtet Visir. Statt der sauer eingelegten Köstlichkeiten wie Gammelhai, Schafshoden und sauren Wal im Wert von mehreren hunderttauend Kronen gibt es nun einfach nur Fleischsuppe beim Fest.

Der Islandverein war zu Beginn des Jahres gegründet worden. Vorsitzende Jóhanna Kristín Júlíusdóttir sagt, die Vereinsmitglieder hätten schon lange davon geträumt, einen Heimatverein zu gründen und das Winterfest Þorrablót gemeinsam zu feiern. Viele Isländer verbringen einen grossen Teil des Winters auf den Kanaren.
“Wir haben das ganze Essen in Island bestellt,” sagt sie. Die Grossfleischerei Kjarnafæði hatte geliefert, und alles bei dem Geschäft sei, so sagt sie, vorbildhaft verlaufen. Ausser beim Transportunternehmen DHL.
“Da ist dann wohl was schiefgelaufen.”

Oder wohl doch eher beim Zoll, denn die Zollbeamten auf dem Flughafen in Gran Canaria entschieden nämlich kurzerhand, die übelriechenden Lebensmittel zu entsorgen, wie der DHL Marketingleiter Björn Viðar Ásbjörnsson Vísir gegenüber erläutert, und zwar in der Tat wegen des Gestanks, der dem Paket entwichen war. Jóhanna kann sich das nicht erklären, aber sie hat nun auch alle Hände voll zu tun, für heute Abend ein Essen auf den Tisch zu zaubern, nachdem sie die schlechte Nachricht um die Mittagszeit erhalten hatte.
“Das Essen war auf der Insel gelandet. Dann haben sie es weggeschmissen.”

Nun war guter Rat teuer, denn 240 Personen hatten Eintrittskarten gekauft und erwarteten traditionelles, isländisches Essen. Da war nichts anderes übriggeblieben, als den Tatsachen ins Auge zu sehen – heute Abend gibt es also Fleischuppe und eingelegten Hering mit Brot.

Zumindest der humoristische Jahresrückblick aber findet unverändert statt. Man darf jedoch sicher erwarten, dass beim Þorrablót im nächsten Jahr die Essensepisode aus 2020 ordentlich aufs Korn genommen wird.

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