Weltkriegsbombe im Meer vor Sandgerði gezündet Skip to content
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Photo: Icelandic Coast Guard.

Weltkriegsbombe im Meer vor Sandgerði gezündet

Ein Trawler hat gestern vor der isländischen Küste eine Seemine im Fischernetz gefunden, die möglicherweise aus dem 2. Weltkrieg stammt.
Der Fund war der Küstenwache am Nachmittag gemeldet worden. Daraufhin beorderte das Hauptquartier den Trawler in den Hafen von Sandgerði, wo ein Sprengstoffkommando sich der Mine annehmen sollte. Die Crew ging von Bord, und die Mine wurde von den Sprengstoffexperten auf ein aufblasbares Motorboot geladen und etwa 1,5 Kilometer vom Hafen entfernt auf den Meeresgrund in 10 Metern Tiefe abgelegt. Die ausgelöste Detonation fand dann heute Morgen bei besseren Lichtverhältnissen statt.

Die Experten vermuten dass es sich bei der Fund um einen Torpedosprengsatz aus dem 2. Weltkrieg handelt, sein Gewicht wird auf 300 Kilogramm geschätzt. Derart grosse Bomben werden eher selten von Fischerbooten entdeckt.
Die Küstenwache hat eine Warnung an alle Schiffe und Boote auf See veröffentlicht und um einen Abstand von zwei nautischen Meilen vom Ort der Zündung und dem Hafenkanal von Sandgerði gebeten.

Während des 2. Weltkriegs ist eine ganze Reihe von Minen im Meer rund um Island versenkt worden. Die Briten hatten mit Minengürteln zwischen Island und Schottland, sowie Island und Grönland versucht, den Seeweg in den Atlantik zu sperren. Diese Seeminen explodierten, sobald ein Schiff ihr magnetisches Feld störte oder sie berührte. Selbst das Geräusch eines herannahenden Schiffs konnte die Zündung auslösen.

Aber auch die Deutschen legten Minen in den Gewässern rund um die Insel. Ein speziell ausgerüstetes U-Boot unternahm drei Fahrten nach Island, auf jeder Fahrt waren 66 Minen im Gepäck, die im Faxaflói, im Breiðafjörður und vor der Ostküste versenkt wurden. Diese Sprengsätze haben ihre Zündkraft in all den Jahren nicht verloren, vielmehr können sie mit steigendem Alter noch empfindlicher für Störungen werden, sodass sie heute eher hochgehen als vor 80 beabsichtigt.

Das Sprengstoffteam der isländischen Küstenwache fährt jedes Jahr zahlreiche Einsätze, bei denen Sprengsätzte aus dem 2. Weltkrieg beseitigt werden müssen.

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