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Wahl 2021: Regierung hält ihre Mehrheit

Gestern ist in Island ein neues Parlament gewählt worden. Nachdem die ganze Nacht hindurch Wahlurnen mit Stimmzetteln zum Teil weite Strecken transportiert worden waren, liegen nun nicht nur Hochrechnungen sondern auch erste Ergebnisse vor. Klar ist, dass die drei bisherigen Koalitionsparteien ihre Mehrheit im Parlament ausbauen konnten und jetzt 37 von 63 Sitzen halten.

Die Fortschrittspartei (Framsóknarflokkurinn) ist jetzt die zweitstärkste Partei in Island und mit 17,3 Prozent und 13 Sitzen der eigentliche Wahlgewinner in diesem Jahr.
Stärkste Partei bleibt die Unabhängigkeitspartei (Sjálfstæðisflokkurinn), die 24,4 Prozent abräumte und auch weiterhin 14 Sitze im Parlament halten wird.
Die Linksgrünen (Vinstri Grænir) erhielten 12,6 Prozent und erhalten acht Sitze, rechnerisch drei weniger als vorher (zwei Abgeordnete hatten ihr Mandat im letzten Jahr abgegeben)
Schon vor den Wahlen hatten die Vorsitzenden der Koalitionsparteien bekräftigt, im Fall eines Wahlsieges eine Fortführung der Koalitionsarbeit anzustreben. Daher wird Staatspräsident Guðný Th. Jóhannesson auch keinen Parteivorsitzenden in den Präsidentensitz Bessastaðir einladen, sondern der Koaliton gestatten, eine neue Regierung zu bilden, wenn sie sich denn einigen kann. Das hatte der Staatspräsident am Mittag bekanntgegeben.

Bei der Opposition hatte es einen Überraschungserfolg der Volkspartei (Flokkur Fólkssins) gegeben, die statt zuvor vier jetzt sechs Sitze im Parlament errungen hat. (Zwei Abgeordnete waren jedoch während der letzten Legislaturperiode im Zusammenhang mit dem Klaustur Skandal entlassen worden)
Die Reformpartei Viðreisn hält fünf Sitze, einen mehr als vorher, die Piratenpartei und die Sozialdemokratische Allianz (Samfylkingin) jeweils sechs Sitze. Die Zentrumspartei (Miðflokkurinn) erhält drei Sitze und damit vier weniger als bei der letzten Wahl.
Die Partei der Sozialisten, die in allen Umfragen die Fünfprozenthürde gemeistert hatte, ging ohne Mandat leer aus.
Hier gibt es die Sitzverteilung.

Mehr Frauen als Männer im Parlament
Mit Ausgang der gestrigen Parlamentswahlen ist Island die erste Nation in Europa mit einer weiblichen Mehrheit im Parlament. Die 63 Parlamentssitze wurden an 33 Frauen und 30 Männer vergeben, damit sind 52 Prozent der Abgeordneten weiblich. In der vergangenen Legislaturperiode hatten nur 24 weibliche Abgeordnete im Parlamentssaal gesessen.
Nur eine Partei schickte ausschliesslich Männer ins Rennen, die mit drei Abgeordneten kleinste Partei Miðflokkurinn, eine Abspaltung der Fortschrittpartei unter Führung des ehemaligen Premierministers Sigmundur Davíð Gunnlaugsson.

In der Sozialdemokratischen Allianz ist es genau anders herum, dort sitzen fünf Frauen im Parlament, aber nur ein Mann. Bei den Linksgrünen, Piraten, der Volkspartei und Reformpartei sind jeweils Frauen in der Mehrzahl ins Parlament gewählt worden, für die grossen Parteien Forschrittspartei und Unabhängigkeitspartei gehen mehrheitslich Männer auf die Abgeordnetenbank.

Grosse Landesteile ohne Abgeordnete
Bei der Verteilung der Mandatssitze fällt auf, dass es zwischen den Gemeinden Orten Flúðir im Hrunamannahreppur und Fáskrúðsfjörður im Osten des Landes keinen einzigen Abgeordneten im Parlament gibt. Der “letzte” Abgeordnete im Süden ist der in Flúðir wohnende Sigurður Ingi Jóhannsson, Vorsitzender der Fortschrittspartei und Verkehrsminister der letzten Regierung. Danach findet man erst in Fáskrúðsfjörður wieder einen Parlamentarier, Parteikollegin Línek Anna Sævarsdóttir. Die grossen Gemeinden im Rangávallasýslu, die Westmännerinseln und die Region unter dem grossen Gletscher hatten es nicht geschafft, Volksvertreter ins Parlament zu wählen.
Auch die nordisländische Region Húnavatnssýsla sowie die Halbinsel Snæfellsnes haben keinen Abgeordneten im Parlament.

update 18.50 Uhr
Nach einer Neuauszählung im Wahlbezirk Nord veränderte sich die Zusammensetzung des Parlaments durch die Zuweisung der Ausgleichsmandate. Drei Frauen verloren ihre Ausgleichsmandate an männliche Kandidaten. Damit sitzen jetzt 30 Frauen im Parlament und 33 Männer.

 

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