Unwetterwarnung, Bauern holen Schafe vorzeitig aus den Bergen Skip to content
A map of Iceland showing orange alerts in Northeast and east Iceland as well as yellow alerts for northwest Iceland, the eastfjords, southeast Iceland and the central highlands
Photo: Screenshot from vedur.is.

Unwetterwarnung, Bauern holen Schafe vorzeitig aus den Bergen

Der isländische Wetterdienst hat für heute Nacht bis morgen für den Nordosten und Osten des Landes eine orangefarbene Wetterwarnung herausgegeben, Sturm aus Nord bringt Regen und in den Höhenlagen auch Schnee. Für den Nordwesten, die Ostfjorde, den Südwesten und das zentrale Hochland gilt die gelbe Warnstufe. Am Mittag hatte der Zivilschutz auch die Unsicherheitsstufe für den Norden ausgerufen. Diese Alarmstufe erleichtert die Zusammenarbeit der Einsatzkräften im Ernstfall.

In der Nacht muss mit Windgeschwindigkeiten von 15 bis 23 m/s gerechnet werden, der Regen soll sich zunehmend in Schnee verwandeln. Bergstrassen könten schon heute Nacht unpassierbar sein.
Auch südlich des Vatnajökull und in den Ostfjorden kann es am Abend gefährlich für Autofahrer werden.

Der nationale Energieversorger Landsnet ist in Alarmbereitschaft, falls wie beim Adventssturm im Dezember 2019 die Überlandleitungen beschädigt werden. Damals hatten hunderte Haushalte im ganzen Norden zum Teil tagelang ohne Strom und Heizung dagesessen. Auch die Strassenverwaltung Vegagerðin hat alles für den Ernstfall – einen plötzlichen Wintereinbruch – vorbereitet.

Schafe vor dem Schneesturm zu Tal bringen
Die Landwirte im Norden und Nordosten machen sich Sorgen um ihr Vieh, welches sich noch auf den Hochlandweiden befindet, und im Schnee landen könnte. Im Fljótsdalur hatten die Bauern gestern schon damit begonnen, ihre Schafe in die Niederungen zu treiben. Nebelbedingt hatte man die Aktion abbrechen müssen, doch heute gelang es, einen Grossteil der Schafe am Snæfell aus 600 Metern Höhe ins Tal zu treiben. Die Bauern gehen davon aus, dass sich der Regen heute Nacht in Schnee verwandelt.

“Wir versuchen vor allem, die Schafen aus den Höhenzügen herunterzuholen. An die heranzukommen, die am weitesten weg sind, und sie näher und tiefer zu holen. Die Wettervorhersage ist schlecht und es gibt guten Grund, dem zuvor zu kommen,” sagt Þorvarður Ingimarsson, der Schafabtriebsleiter im Fljótsdalur.

Es sehe ganz danach aus, dass die Wetterlage für die Schafe gefährlich werden könne, und dass es sehr schwierig werde, die Tiere in diesem Land zusammenzutreiben, wenn der Schnee erst mal gekommen ist. So sei es bequemer, sie schon mal in der Niederung zu haben, bevor das Wetter richtig schlecht werden und alle Gräben sich mit Schnee füllen.

“Bei extrem schlechtem Wetter suchen die Schafe Schutz, und dort schneien sie dann ein. Alle wissen, was dann passiert,” sagt Þorvarður, und bezieht sich auf den legendären Schneesturm im September 2012, als eine Woche vor den regulären Schafabtrieben an die zehntausend Schafe im Norden unter Schneemassen begraben wurden und verendeten. Viele wurden erst Wochen, zum Teil noch Monate später gefunden (und manche da sogar noch lebendig). Zahllose Schafe und Lämmer waren in der langen Zeit unter den gefrorenen Schneewehen von Füchsen lebendig angefressen worden.

Auch im Þeistareykir, im Mývatnssveit und im Húnavatnssýssla hatten sich Schafbesitzer heute morgen auf den Weg gemacht, um ihre Tiere aus den Höhenlagen in die Niederungen zu treiben, dabei erschwerte Nebel die Arbeit beträchtlich.

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