TÜV Rheinland muss 203 isländischen Frauen Schadensersatz wegen defektem Brustimplantat zahlen Skip to content
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Photo: Legal dispute over judges’ pay has come to an end..

TÜV Rheinland muss 203 isländischen Frauen Schadensersatz wegen defektem Brustimplantat zahlen

Ein Berufungsgericht in Frankreich hat ein früheres Urteil bestätigt, nachdem der deutsche TÜV Rheinland 203 isländischen Frauen, die zwischen den Jahren 2000 und 2010 PIP Brustimplantate erhalten hatten, Schadensersatz zahlen muss, berichtet RÚV. Die Anwältin der Betroffenen nannte das Urteil einen Teilsieg, sie erwartet, dass der Fall nun auch noch vor den Obersten Gerichtshof in Frankreich gezogen wird. Weitere Fälle könnten folgen.

Mehr als 400 isländische Frauen waren zwischen 2000 und 2010 mit PIP Implantaten versorgt worden. Die Implantate stellten sich später nicht nur als undicht heraus, sie waren auch mit industriellem Silikon gefüllt, und nicht mit einer medizinischen Substanz. Der PIP Fall sorgte 2011 weltweit für Schlagzeilen. Insgesamt sind an die 9000 Geschädigte in zwei separaten Prozessen beteiligt.

Die isländischen Gesundheitsbehörden hatten seinerzeit allen PIP-versorgten isländischen Frauen eine Ultraschalluntersuchung angeboten, um ein Bild vom Zustand der Implantate zu erhalten. Die meisten Patientinnen hatten ihre Implantate entfernen lassen. Mehr als die Hälfte der Betroffenen reichte Schadensersatzklage gegen den Hersteller ein.
Gestern bestätigte dann ein französisches Gericht, dass der deutsche TÜV 203 betroffenen Frauen Schadensersatz zahlen muss.

Die Rechtsanwältin der Klägerinnen, Saga Ýrr Jónsdóttir, nennt dies einen wichtigen Sieg, sie erwartet jedoch, dass der Fall in nächster Instanz vor dem Obersten Gerichtshof in Frankreich landet, weil der TÜV Rheinland aller Voraussicht nach Einspruch erheben wird. Da das Urteil 1200 Seiten lang ist, habe die Gegenseite aber möglicherweise noch nicht alles durchgearbeitet.

 

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