Þorlákshöfn wächst dank seines Frachthafens Skip to content

Þorlákshöfn wächst dank seines Frachthafens

Dank seines Hafens hat sich der Ort Þorlákshöfn im Süden Islands zu einer Art boomtown entwickelt, und der Bürgermeister sieht für die kommenden 15 Jahre ein Bevölkerungswachstum von auf bis zu 10.000 Einwohner, berichtet Vísir. Dabei spielt der Frachthafen eine entscheidende Rolle.

Vor etwa fünf Jahren hatte die färöische Reederei Smyril Line damit begonnen, den Hafen einmal pro Woche von Rotterdam aus anzulaufen, inzwischen kommen drei Frachtschiffe pro Woche. Dabei ist der Standort attraktiver als der Hafen von Reykjavík, denn der Seeweg um die Halbinsel Reykjanes herum kostet hin und zurück 24 Stunden. Nach Þorlákshöfn sind die Schiffe von Europa aus zweieinhalb Tage unterwegs, erklärt Hákon Hjartarson, Bereichsleiter bei Smyril Line.
Um den steigenden Schiffsverkehr bedienen zu können, werden derzeit die Hafenanlage vergrössert und das Hafenbecken vertieft, ausserdem entstehen neue Kais. Statt den bisher 130 Meter langen Schiffen soll sich der neue Hafen dann für 200 Meter lange Schiffe eignen. Die Umbaukosten belaufen sich auf vier bis fünf Mrd ISK.

Exporthafen für Vulkansand
Für Hafenleiter Benjamín Ómar Þorvaldsson hat Þorlákshöfn definitiv Potential. “Hier gibt es genug Platz, und wir können in alle Richtungen wachsen.” meint er.
Das sehen auch ausländische Konzerne so, die den Ort nutzen wollen, um in grossem Stil Sand in Island abzubauen und nach Europa zu verschiffen. Die deutsche Heidelberg Cement will einen ganzen Berg auf dem Þrengsli-Plateau abbaggern und über Þorlákshöfn exportieren, und die (ebenfalls deutsche) STEAG Power Minerals plant Sandtransporte vom Mýrdalssandur nach Þorlákshöfn. Nicht nur der zu erwartende Schwerlastverkehr quer durchs Südland, auch die mit dem Sandexport entstehende Industrieanlage zwischen Hafen und Wohngebiet ist manchen Einwohnern schon jetzt ein Dorn im Auge. Führende Lokalpolitiker der Unabhängigkeitspartei sprachen sich dafür aus, die Einwohner über die geplante Industrie abstimmen zu lassen.

Wohnraum für Zuzügler
Überall in der Stadt wird emsig gebaut, nicht nur für die Fischzuchtindustrie auf dem Land, auch hunderte von Wohnungen befinden sich im Bau. Inzwischen leben um die 2000 Einwohner in der Hafenstadt, und pro Jahr kommen sechs bis neun Prozent hinzu.
Immer mehr junge Familien mit Kindern ziehen in die Stadt im Süden der Insel, sagt Bürgermeister Elliði Vignisson. “Und wenn die Bevölkerung so schnell wächst, wie das hier passiert, dann muss man am Ball sein, um Bildung und Soziales gewährleisten zu können.” Unter anderem wird zur Zeit ein neuer Kindergarten gebaut, und die Grundschule soll vergrössert werden. In fünf Jahren sieht der Bürgermeister 3500 Einwohner in Þorlákshöfn. Und in 10 bis 15 Jahren dürfte die Bevölkerung auf sieben bis 10.000 Einwohner angewachsen sein.

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