Taxi-Razzia in Reykjavík: 48 Fahrer angezeigt Skip to content
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Photo: Reykjavík.

Taxi-Razzia in Reykjavík: 48 Fahrer angezeigt

Die Reykjavíker Polizei hat am vergangenen Wochenende 105 Taxifahrzeuge kontrolliert und 48 Taxifahrer angezeigt, 32 Fahrzeuge müssen erneut dem TÜV vorgestellt werden. Der Vorsitzende der Taxi-Gewerkschaft findet die Zahl der Anzeigen nicht besonders hoch in Anbetracht der Zahl der Taxilizenzen. Allerdings findet er, dass man sich in der Tat einen besseren Überblick über die Branche verschaffen müsse.

Wildwuchs im Taxigewerbe
In einem Interview mit RÚV sagte Unnar Már Ástþórsson von der Stadtpolizei, die Razzia sei mit Beamten der Polizeidirektion West und Süd, sowie den Zollbehörden und der Verkehrsbehörde durchgeführt worden, insgesamt waren 16 Personen beteiligt.
„Wir hatten Hinweise von der Taxifahrergewerkschaft und den Fahrern selbst, sowie aus der Öffentlichkeit erhalten, wonach es bei Taxifahrern und Fahrzeugen allerlei Mängel zu beklagen gebe,“ sagte Unna Mar.
Die meisten Mängel wurden bei der Ausrüstung, sowie bei den Lizenzen und Fahrerlaubnissen entdeckt. „Ein Ersatzfahrer darf zum Beispiel kein Taxi ohne Genehmigung fahren, und da haben wir einige Fälle gefunden,“ sagt Unna. „Wir haben auch Fahrzeuge gefunden, die nicht als Taxi registriert waren, und vieles mehr.“

Geringe Zahl an Verstössen
Daníel O. Einarsson, der Vorsitzende der isländischen Taxifahrergewerkschaft, sagte mbl gestern, die Zahl der erwischten und angezeigten Fahrer des letzten Wochenendes sei nicht hoch, immerhin gebe es mehr als 900 Taxifahrerlizenzen in Island. Nur 105 von ihnen seien kontrolliert worden. Und auch die 48 aufgefallenen Fahrzeuge bereiten Daniel absolut keine Kopfschmerzen: „In Oslo hat die Polizei vor einem Monat 368 Taxis kontrolliert und 38 gefunden, die in Ordnung waren,“ meint er. „Also 368 Kontrollen, 38 gute Taxis und 275 erhielten eine oder mehrere Verwarnungen, 50 wurden aus dem Verkehr gezogen, fünf wurden gleich verschrottet.“

Mehr Inspektion und Überblick
Ein Mangel an Desorganisation habe in Island zu einem Zustrom neuer Taxifahrer geführt, die die isländischen Regeln nicht kennen. Seit im letzten Jahr eine neue Taxiregelung eingeführt worden war, habe sich die Zahl der Fahrer verdoppelt. Daniel findet die Razzia gut und wichtig, aber es müsse nun auch eine breit angelegte Supervision für die Fahrer geben, vor allem in den ländlichen Regionen, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten. Er verlangt weitere Inspektionen und Kontrollen von nicht gekennzeichneten Fahrzeugen und schlägt vor, eine farbigen Lizenzmarke zu verwenden, um kontrollierte Fahrzeuge zu kennzeichnen. Ein Überblick über den Zustand der Taxiflotte sei entscheidend, um Sicherheitsstandards aufrechtzuerhalten.

Auch die Ausbildung der neuen Taxifahrer gehöre unter die Lupe genommen.  Das sei wichtiger denn je, denn leider hätten auch Gewaltdelikte, bei denen Taxifahrer ihre Hände im Spiel hätten, zugenommen. “Belästigung, sexuelle Belästigung, Vergewaltigung im Taxi. Überhöhte Preise. Erpressung,” zählt Daníel auf und verlangt, dass die Regierung sich da mal über die Entwicklung im Ausland informiert. Bislang sei auf Kritik aus der Branche selbst nicht gehört worden. Die Gesetzesänderung des letzten Jahres mitsamt ihren Auswirkungen schade dem Ruf der Branche.

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