Suppenköchin für Spendenkühlschrank "freedge" Skip to content
Photo: Photo courtesy of Kamila Walijewska and Marco Pizzolato.

Suppenköchin für Spendenkühlschrank “freedge”

Rósa Björg Jónsdóttir ist eine von vielen Personen in Reykjavík, die dafür sorgen, dass man in den sogenannten “freedges”, den Kühlschränken mit Lebensmittelspenden, immer genug Essen vorfindet, berichtet RÚV. Allerdings räumt sie nicht ihren Kühlschrank einfach leer, sondern kocht literweise Suppen aus ihren Resten.
“Ich hab damit während der COVID-Pandemie angefangen,” erzählt sie. Inzwischen sind mehrere hundert Liter Suppe aus ihrem Topf in die Kühlschränke gegangen.

Einwanderer wurden Reykjavíkbürger 2021 für “freedge”
Der erste freedge war im Juli 2021 von den beiden Einwanderern Kamila Walijewska und Marco Pizzolato vor dem Sozialzentrum Andrými in der Bergþórugata aufgestellt worden, wie Icelandreview seinerzeit berichtete. Kamila und Marco wurden noch im gleichen Sommer für ihr Engagement mit dem Titel Reykjavík-Bürger 2021 geehrt.
Die “Freedge”-Idee kommt aus dem Ausland, aber sie erfreute sich in Reykjavík grosser Beliebtheit, und inzwischen gibt es sieben ihrer Zahl: Breiðholt, am Gebäude der Heilsarmee, in der Weststadt und an der Laugarneskirche, dazu einer in Kópavogur und einer in Akureyri. Die Freedge-Bewegung will vor allem gegen Lebensmittelverschwendung ankämpfen. So kann sich jeder aus dem Kühlschrank holen und etwas dort abstellen, eine Facebookgruppe kümmert sich organisatorisch.

Gegen Monatsende wird mehr Suppe nötig
Rósa kocht ihre Suppen aus Gemüse, das sonst im Müll landen würde. “Ich liebe es, Suppen zu kochen. Ich nutze alles mogliche Gemüse, das ich geschenkt bekomme, ich kaufe viel Gemüse,” sagte sie. Und manchmal seien es auch ungenutzte Teile wie Brokkolistiele, die die Kinder nicht essen mögen, die aber in der Suppe Verwendung fänden. Ihre Suppen sind phantasiereich, aber immer so, dass sie sie auch selber essen würde. Niemals benutzt sie Sahne, damit sich die Suppe länger halt und eingefroren werden kann. Bei jedem Kochgang füllt sie fünf bis neun Gläser, inzwischen ist Rósa bei 450 Litern angekommen.

Viele Leute glaubten die Kühlschränke seien nur für Obdachlose. Das möchte Rósa richtigstellen: “Die sind für alle. Die stehen da, um etwas gegen die Lebensmittelverschwendung zu tun.”
Allerdings sieht auch sie, dass in der zweiten Monatshälfte mehr von ihren Suppen geholt wird, von Leuten, bei denen das Geld nicht mehr reicht. Dann versucht sie öfter am Herd zu stehen, und Suppen für die Reykjavíker freedges zu kochen.

 

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