Stromverknappung betrifft Industrie und Datenzentren Skip to content
electricity power lines south Iceland
Photo: Rafmagn Suðurland.

Stromverknappung betrifft Industrie und Datenzentren

Islands nationaler Energieversorger Landsvirkjun hat kurzfristig entschieden, die Stromabgabe an Industrieunternehmen, wie Fischmehlfabriken, Aluminiumschmelzen und Datenzentren zu reduzieren, berichtet RÚV. Die Entscheidung war gefallen, nachdem es einem Stromengpass gegeben hatte, der auf mehrere Ursachen zurückzuführen gewesen war, zusätzlich gab es Probleme an einem Umspannwerk, niedrige Wasserstände in den Talsperren und eine verringerte Übertragungskapazität. Die betroffenen Unternehmen mussten daraufhin entweder ihren Betrieb herunterfahren oder auf andere Energiequellen wie Öl umstellen.

Datenzentren fahren Betrieb zurück
Der nationale Stromkonzern hatte ursprünglich angekündigt, dass es eine Verknappung im Januar geben werde. Vorgestern wurde die Versorgung jedoch mit sofortiger Wirkung reduziert. Sigríður Mogensen vom isländischen Industrieverband erklärte, die Stromverknappung hätte eine sofortige Wirkung auf die Datenzentren. “Wir wissen von Fällen, wo isländische Datenzentren leider den Kundenservice beenden mussten [gestern]; früh am morgen, nachdem diese Information bekannt wurde. Das bedeutet einen sofortigen Ertragsverlust, und wir dürfen gerne im Kopf behalten, dass die Datenverarbeitungsindustrie pro Jahr mindestens 20 Mrd ISK in ausländischen Devisen für die nationale Wirtschaft einbringt.”

Islands billige erneuerbare Energie und die niedrigen Durchschnittstemperaturen im Land, die die Notwendigkeit von aufwendiger Kühlung verringern, hatten die Insel in den letzten Jahren zu einem attraktiven Standort für Datenzentren und Kryptowährungsindustrie werden lassen Sigríður zufolge könnten die aktuellen Engpässe eine langfristige Auswirkung auf das Gewerbe haben, weil potentielle Kunden nun die Energiesicherheit in Island in Frage stellen würden. “Das wäre dann ein endgültiger Verlust für die Wirtschaft, und wir müssen unsere Lektion daraus lernen, um für die Zukunft zu planen.”

Der Geschäftsführer der Fischmehlfabriken Síldarvinnslan in Ostisland sagte, die Engpässe würden die Produktion selbst nicht tangieren, aber höhere Kosten für das Unternehmen verursachen, weil man jetzt Öl als Energielieferanten nutzen müsse. “Die Ölpreise sind zur Zeit hoch, wohingegen beim Strompreis berücksichtigt werden muss, dass es wie jetzt zu Verknappungen können kann. Von daher wird dies eine Preiserhöhung mit sich bringen.” Die Loddensaison steht vor der Tür, damit ist ein hoher Energiebedarf in den Fischmehlfabriken absehbar.

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