Stromausfall legt weite Teile des Nordens lahm Skip to content
Snow in Akureyri.
Photo: Snow in Akureyri..

Stromausfall legt weite Teile des Nordens lahm

Der grosse Sturm ebbt langsam ab, doch an vielen Orten im Norden des Landes gibt es immer noch keinen Strom und damit auch keine Mobilfunkverbindung, berichtet RÚV.  Vielerorts sind Strommasten gebrochen, und die Oberlandleitungen hängen voller Eis.

Noch in der Nacht hatte man versucht, die Kópaskerlinie zu reparieren, doch ohne Erfolg.  Vom Stromausfall waren vor allem Milchbetriebe betroffen, Landwirte die keinen Dieselaggregat am Hof hatten, mussten ihre Kühe von Hand melken, was nicht überall funktionierte, weil die Kühe dies nicht gewohnt sind.

Auch die Krankenstation in Hvammstangi war stundenlang ohne Strom gewesen, 16 Personen befinden sich dort zur Pflege. Einen Dieselaggregator gibt es nicht am Haus. Die Pflegeleitung des Hauses sagte RÚV gegenüber, hier müsse dringend Abhilfe geschaffen werden.

In Siglufjörður und Dalvík waren die Häuser durch den Stromausfall ausgekühlt, das Rote Kreuz hatte in Dalvík eine Auffangstation eröffnet, wo mehr als 50 Personen mit heissen Getränken und warmem Essen versorgt wurden. Die meisten Häuser in der Region werden mit Strom beheizt. Auch in Hvammstangi wurde eine solche Station eröffnet.

Die Westfjorde, wo der Schneesturm heftig gewütet hatte, waren über ein Dieselaggregat in Bolungarvík mit Strom versorgt worden. In der Region war nur das abgelegene Strandir vom Stromausfall betroffen gewesen.

Heute Morgen hat sich das Küstenwachschiff Þór von Siglufjörður aus auf den Weg nach Dalvík gemacht, um dort von Bord aus Strom für eine Notversorgung des Ortes zu liefern. In der Nacht hatte das Schiff von Ísafjörður aus kommend einen mobilen Stromaggregat nach Siglufjörður gebracht.  Die Þór ist beim Bau für einen solchen Einsatz konzipiert worden. Sie kann zwei Megawatt Strom an Land liefern, die Menge reicht, um die Notversorgung einer kleinen Gemeinde zu gewährleisten. Experten sind auf dem Weg nach Norden, um die Stromverbindung zum Land hin aufzubauen.

Wie der Leiter des Elektrizitätswerkes RARIK in Nordisland, Steingrímur Jónsson, angab, habe man bislang nur Notfallhilfe leisten können, um weitere Schäden und Stromausfälle zu verhindern. Heute wolle man nach der Wurzel des Übels suchen.

Sverrir Jan Nordfjörð, der technische Leiter bei Landsnet, sieht die betagte Strominfrastruktur im Norden des Landes als Hauptproblem. Viele Strommasten vor allem in den abgelegenen Gegenden seien noch aus Holz und brächen bei starkem Wind. Auch Leitungen würden abreissen, hinzu komme die Vereisung von Stromleitungen und Verbindungsstücken.

Schon kleinste Schäden könten in diesen alten Leitungsstrecken zu weiträumigen Stromausfällen führen. Im Süden und Südwesten sei das Verteilungsnetz moderner, daher gebe es dort viel weniger Stromausfälle.

Sverrir bezeichnete die Anzahl der Stromausfälle als beispiellos, kaum jemand erinnere sich an eine derartig kritische Lage. Hier gibt es ein kurzes Video von Landsbjörg, wo man sehen kann, wie sich die Reparaturarbeiten bei Schneesturm gestalten.

Die Ministerin für Industrie und Innovation, Þórdís Kolbrún Reykfjörð Gylfadóttir kommentierte gegenüber mbl.is, es sei ganz offensichtlich, dass es sich beim Strom-und Telekommunikationsnetz um eine Sache der nationalen Sicherheit handle. Verbesserungen am Verteilernetz stünden auf der Tagesordnung.

Þórólfur Gíslason, der Leiter des skagfirdischen Handelskontors, kritisierte mbl.is gegenüber, das Stromnetz der Region sei schwer defizitär. Nach Kartierung von Problemen und ehntstandenen Schäden müsse der Aufbau einer funktionierenden Strominfrastruktur oberste Priorität durch die Regierung erhalten. Im Zuge der Stromausfälle hätte die Arbeit in den Schlachthöfen, Kühlhäusern, in der Molkerei und im Steinwollwerk niedergelegt werden müssen.

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