Steuerfahndung eröffnet Fall gegen Samherji Skip to content
Photo: Screenshot from Kveikur (RÚV).

Steuerfahndung eröffnet Fall gegen Samherji

Im Bestechungsskandal um den Fischereiriesen Samherji in Namibia haben die isländische Steuerbehörde und die Staatsanwaltschaft Ermittlungskontakt zu dem Unternehmen aufgenommen, berichtet RÚV. Samherji will seine Aktivitäten in Namibia in ein paar Monaten einstellen, und damit früher als zuvor angekündigt.

Das Unternehmen war nach Aufdeckung eines Bestechungsskandals um Fischereiquoten in dem afrikanischen Westküstenstaat im vergangenen Monat in die Schlagzeilen geraten.

Der amtierende Geschäftsführer Björgólfur Jóhannsson sagte RÚV gegenüber, sein Unternehmen habe im Jahr 2017 beschlossen, seine Aktivitäten in Namibia einzustellen, doch nun beschleunige man die letzten Schritte dieses Prozesses. Er gab an, dass es nun Kontakt zwischen dem Unternehmen und der Steuerfahndung, sowie der Staatsanwaltschaft gebe.

Die sechs Namibier, die unter dem Verdacht von Betrug und Geldwäsche im Zusammenhang mit dem Samherji-Fall stehen, sind gestern vor Gericht erschienen, wo die Anklage vorgetragen wurde. Die Zeitung The Namibian berichtet, dass ihnen Betrug, Steuerhinterziehung und Geldwäsche zur Last gelegt werden.

Die isländischen Magazine Kveikur und Stundin, sowie zuletzt Al Jazeera hatten vor einem Monat offengelegt, wie Samherji sich in Namibia durch Bestechungsgelder Fischquoten gesichert hatte. Die finanziellen Mittel dafür waren über ein Konto der norwegischen Staatsbank DNB geflossen welches in der Steueroase Marshall Islands registriert war.

Der ehemalige Geschäftsführer in Namibia, Jóhannes Haraldsson, hatte mit Kveikur und Stundin zusammengearbeitet und die Aktivitäten seines Unternehmens aufgedeckt. Er hatte angegeben, dass sämtliche Geldbeträge, die er persönlich in bar überbrachte hatte, auf Anordnung von Samherji-Chef Þorsteinn Már Baldvinsson gezahlt worden seien. Þorsteinn Már hingegen wälzte die gesamte Verantwortung auf seinen ehemaligen Mitarbeiter ab.

Wikileaks zufolge habe es Versuche gegeben, Jóhannes Ruf zu schädigen. Jóhannes selbst sagte RÚV gegenüber, er habe den Verdacht, nach seiner Kündigung vergiftet worden zu sein.

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