Stefanía, der Seewolf aus dem Eyjafjörður Skip to content
Photo: Stefanía, Sceenshot Erlendur Bogason.

Stefanía, der Seewolf aus dem Eyjafjörður

Die meisten Taucher in Island kennen wohl die Geschichte von Erlendur Bogason und seiner Freundin Stefanía, der Seewolfdame aus dem Eyjafjörður. Jetzt gibt es bei Sjávarlíf ein Video (in isländischer Sprache, aber mit hinreissenden Aufnahmen von den beiden.)

Erlendur und Stefanía lernten sich im Jahr 2009 kennen, als der Berufstaucher am Arnastrýtur vor der Küste von Hjalteyri im Eyjafjörður nach Islandmuscheln tauchte. Stefanía war dem Besucher wohl gesonnen und nahm gerne eine Muschel an. Damit war der Freundschaftsbund besiegelt, fortan tauchte Erlendur nach Islandmuscheln und brachte Stefanía von seiner Beute, und er brach sogar die Muscheln für sie auf, damit sie den Inhalt gleich fressen konnte. Erst viel später ging ihm auf, dass nicht er den Fisch, sondern der Fisch ihn trainiert hatte.

Um das Jahr 2016 stellte sich heraus, dass Stefanía gar kein Seewolfweibchen war, sondern ein Männchen. Seewolfdamen machen sich nämlich nach dem Ablaichen im September aus dem Staub und überlassen das Bewachen der Eier den Männchen. In seiner Funktion als Wächter nimmt das Männchen dann fast sechs Monate lang keine Nahrung zu sich und war natürlich froh um die Gaben des Tauchers. Doch Stefanía umbenennen kam für Erlendur und Stefanías Fangemeinde nicht in Frage.
Erlendur erklärt, nach ein paar Jahren habe er dann gemerkt. dass Stefanía sich verändere, sie sei aggressiver geworden und eher bereit, mal zuzubeissen. Im Video sieht man allerdings auch, wie sie ihren Taucherfreund gegen Artgenossen verteidigt.

Seewolfdamen suchen sich gerne das Männchen mit der schönsten Höhle, erzählt Erlendur, und im Kampf und die Weibchen geht es bei den Fischen mit den hässlichen Zähnen ordentlich zur Sache. So ein Kampf kann einen ganzen Tag dauern und beide Kontrahenden blutig und vernarbt zurücklassen. Ist der Gegner einmal beseitigt, räumt das Männchen seine Höhle auf und wartet auf die Dame seines Herzens.

Stefanía ist inzwischen in den Tiefen des Ozeans verschwunden, doch sein Höhlenkumpan Alex wohnt noch am Arnastrýtur, und auch er nimmt gerne Muscheln aus der Hand des Tauchers an. Und vielleicht, so hofft Erlendur, kehrt Stefanía ja eines Tages in den Eyjafjörður zurück. Ganz sicher wird sie ihn auf sich aufmerksam machen.

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