Statistisches Amt sucht nach Karteileichen Skip to content

Statistisches Amt sucht nach Karteileichen

Das isländische Statistische Amt veröffentlicht alljährlich zu Jahresbeginn die aktuelle Einwohnerzahl des Landes. Nun hat sich herausgestellt, dass diese Zahl von derzeit angeblich 399.402 Einwohnern offenbar nicht der Realität entspricht. Eine neue Zählmethode soll korrektere Zahlen liefern, berichtet Heimildin.

Suche nach “Lebenszeichen”
Bei der Methode will man bei mehr Behörden und Institutionen als zuvor nach sogenannten “Lebenszeichen” suchen, unter anderem danach, ob die betreffende Person auf einer Gehaltsliste steht oder Mehrwertsteuer zahlt. Neben Daten aus dem Steuerregister wird man auch die Registrierung von Kindern ab dem Kindergarten über Schule bis zur Universität prüfen, sowie familiäre Verbindungen aus dem Einwohnermelderegister untersuchen.

“Wenn innerhab von sechs Monaten kein “Lebenszeichen” oder keine sonstige Bewegung in diesen Registern für die Person oder ihre Familie zu verzeichnen ist, betrachten wir die Person als im Ausland ansässig,” heisst es in einer schriftlichen Antwort von Steinn Kári Steinsson, einem Analytiker beim Statistischen Amt.

Wegzug ohne Abmeldung wird nicht geahndet
Mögliche Gründe dafür, dass Leute sich nicht abmelden, wenn sie aus Island wegziehen, können mit dem stärkeren Anreiz zusammenhängen, sich bei Zuzug im Land zu registrieren, als den Wegzug zu melden. Denn die Personenkennziffer (kennitala) ist notwendig, um verschiedene Dienstleistungen in Anspruch nehmen zu können. Für jemanden, der das Land verlässt, entstünden keine negativen Folgen, wenn er sich nicht abmeldet, so Steinn Kári.
Personen, die sich zum Studium im Ausland befinden, aber im Sommer und an Weihnachen zuhause arbeiten, gelten als Einwohner, obwohl sie die meiste Zeit des Jahres im Ausland leben. Ein Isländer, der nachweislich im Ausland studiert, kann seinen Erstwohnsitz in Island behalten.

Im März werden Karteileichen entfernt
Nun also soll die aktuelle Einwohnerzahl im März verkündet werden, und dann anhand der neuen Zählmothoden hoffentlich mit richtigen Zahlen. Die Zahlen müssten 100% korrekt sein, so Þorsteinn Þorsteinsson, der Informationsbeauftragte des Statistische Amtes.
“Wir schauen uns Personen an, die über mehrere Monate nicht im System vorkommen. Die nehmen wir dann raus, weil es hochwahrscheinlich ist, dass die sich gar nicht im Land befinden.”
Im März wird man also endlich wissen, ob die Insel im Nordatlantik die 400.000er Grenze bei der Einwohnerzahl geknackt hat.

 

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