Skessuhorn für 150 Mio. ISK an Ausländer verkauft Skip to content
Photo: Skessuhorn, Wikimedia.

Skessuhorn für 150 Mio. ISK an Ausländer verkauft

Der Verkauf der Länderei Horn im Skorradalur an einen nicht in Island lebenden Kanadier weckt nicht überall Begeisterung, zumal zu dem Hof auch der weithin sichtbare Berggipfel Skessuhorn gehört, eine Art Hausberg des Borgarfjörður.
Gestern berichtete Fréttablaðið, dass das im Besitz des ehemaligen Gemeinderatsvorstehers Árni Hjörleifsson befindliche Horn im Skorradalur für 150 Mio. ISK an einen Ausländer verkauft worden sei. In einem Interview auf Vísir gab der Verkäufer an, er habe den Zuschlag an das kanadisch-ukrainische Ehepaar mit Wohnsitz in Dubai gegeben, weil sie in der Länderei kräftig investieren wollten. Mit dem Bau eines 1000 qm grossen Wohnhauses und eines 700 qm grossen Gästehauses am Fuss des Skessuhorn wurde bereits begonnen. Eine Baugenehmigung war im Februar durch die Baubehörde der Gemeinde erteilt worden, berichtet Skessuhorn.
Zur Länderei Horn im Skorradalur gehört nicht nur das Skessuhorn, sondern auch die drei Lachsflüsse Hornsá, Álfssteinsá und Andakilsá. Der Verkauf des Hofes war durch Vermittlung des Luxusreisenanbieters Nordic Luxury erfolgt.

Gesetz zu Landkauf zu schwach
Der vormalige Innenminister Ögmundur Jónasson bezeichnet es als viel zu einfach für ausländische Reiche, eine Ausnahmegenehmigung für Landkauf zu erhalten. Der gerade erfolgte Verkauf zeige, dass das Gesetz keinen Schutz biete. Reiche aus Ländern ausserhalb der EU müssten nur eine wie auch immer geartete Verbindung zu Island nachweisen oder ein angemeldetes Unternehmen im Land betreiben. Es reiche quasi, ein Zimmer zu vermieten, sagte Ögmundur.
Er hatte im Jahr 2011 dem chinesischen Investor Huang Nubo verweigert, die Länderei Grímsstaðir á Fjöllum zu kaufen. Damals hatte es in den Händen des Innenministeriums gelegen, solche Ausnahmegenehmigungen zu erteilen, oder zu verwehren. Der Landverkauf hatte das Parlament monatelang beschäftigt, das Ministerium hatte schliesslich sein Veto eingelegt.

Ögmundur sagt, er habe sicherstellen wollen, dass der Besitz von isländischen Ländereien im Inland bleibe und daher ein Gesetz geschmiedet, welches Landbesitz nur für Bürger der EU erlaube. Seine Nachfolgerin Hanna Birna Kristjánsdóttir von der Unabhängigkeitspartei habe jedoch einen Kurswechsel vorgenommen, wonach der Entwurf in der Schublade verschwunden sei.

Immer mehr Wanderwege gesperrt
Svein­björn Hall­dórs­son, der Vorsitzende des Verbands der Wandervereine (SAMÚT) sagte, der Verband sei nicht damit einverstanden, dass Ländereien an ausländische Reiche verkauft werden. “Für uns ist das schwierig geworden, in den Gebieten zu wandern, die an ausländische Reiche verkauft wurden. Viele von denen haben Pisten, Pfade und Wanderwege gesperrt,” klagt Sveinbjörn.
Das Jedermannsrecht müsse Bestand haben. Es sei nicht möglich, Wanderungen auf dem Grund und Boden anderer ohne deren Genehmigung zu verkaufen. Das Eigentumsrecht stehe in der Verfassung festgeschrieben, das Jedermannsrecht im Naturschutzgesetz, damit stehe das Eigentumsrecht höher. Der Versuch, das Jedermannsrecht zu stärken sei in den Schubladen des Ministeriums verschwunden.
Ögmundur bestätigt, dass isländische Landbesitzer ihr Land weitaus seltener für die Allgemeinheit sperren als ausländische Besitzer.

Einar Kárason fordert Parlament zum Handeln auf
Neben dem engagierten Naturschützer und Herzchirurgen Tómas Guðbjartarsson hat sich auch der Schriftsteller Einar Kárason mit Kritik zu Wort gemeldet, berichtet samstöðin. Er verlangt, dass das Parlament sich in das Spiel um Landverkauf an Ausländer einmische und bezeichnet es als wichtig, das Recht auf freien Weg  im Land zu gewährleisten, so wie es früher einmal gegolten habe.
“Gute Einheimische befürchten, dass Reiche die Berge, unbebautes Land und Fjorde aufkaufen, diese abzäunen und andere wegjagen. Es gibt Gesetze, die im Land gültig gewesen sind, zum Recht des freien Weges durch Wildnis und unbestelltes Land, Gesetze seit dem Mittelalter, und es ist nicht bekannt dass die ausser Kraft gesetzt worden sind.” erklärte Einar. Sollte es Zweifel über die Existenz solcher Grundrechte geben, habe das Parlament die Verpflichtung, eine solche Ungewissheit auszuräumen, indem es diese alten Gesetze zu neuem Leben erwecke, so der Dichter.

 

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