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Sigurður darf sich nun Sigríður nennen

Die erste Person, die ihren Namen, dem neuen Namensgesetz nach ganz legal ändern darf, ist zu Werke geschritten: der Landwirt Sigurður Hlynur Helguson Snæbjörnsson heisst nun Sigríður Hlynur Helguson Snæbjörnsson.

Sigríður gehört zu den beliebtesten Frauennamen in Island. Sigríður Hlynur hatte lange dafür gekämpft, den Namen seiner Grossmutter tragen zu dürfen.

Das ist ein Sieg auf ganzer Linie. Mein Name ist Sigríður Hlynur! Ich habe heute morgen eine Email bekommen. Es ist durchgegangen,” freute sich Sigríður in einem Interview mit mbl.is. Sigríður Hlynur ist nun auch sein offizieller Namenseintrag im nationalen Personenregister.

Das neue Namensgesetz sieht vor, dass Personen keine Geschlechtsbezeichnung brauchen, um ihren Namen im Register zu ändern. Das Gesetz gilt für alle, auch wenn es ursprünglich formuliert worden war, um Intersexuellen und Transsexuellen Raum zu geben.

Ich bin sehr erfreut, ich habe genau das bekommen was ich mir gewünscht habe. Es hat ein bisschen gedauert, aber gute Dinge passieren langsam, oder nicht?” freut sich Sigríður Hlynur. Er glaubt, dass nach der Gesetzesänderung nun viele andere ihre Rechte wahrnehmen werden, und den Namen wählen, mit dem sie gerufen werden wollen.

Das ist ein Sieg für die persönliche Freiheit. Diese Gesetze wurden offensichtlich nicht mit meinem Fall im Hintergrund geschaffen, sondern eher für Gruppen wie die trans- oder intersexuellen Leute. Meine Namensänderung ist nur ein Seiteneffekt der Gesetzesänderung. Das andere ist natürlich viel wichtiger, dass eine Menge Leute nun ihre richtigen Namen tragen können,” meint Sigríður.

Er war mitten in der Heuernte und ein bisschen ausser Atem, als mbl.is zum Interview kam. “Jetzt muss ich weiter Heu machen. Ich werde diesmal das Heu als Sigríður einfahren,” freute sich Sigríður, der im Alltag bei seinem Zweitnamen Hlynur gerufen wird.

Das Gesetz bedeutet für uns, dass wir ein bisschen weniger Staatseingriff im Privatleben der Leute sehen. Ich bin nicht dagegen, dass der Staat hier und da eingreift, aber das Privatleben der Leute sollte ihnen gehören,” findet Sigríður Hlynur.

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