Seyðisfjörður und Eskifjörður wegen Lawinen evakuiert Skip to content
Photo: Daníel Örn Gíslason. The aerial photo shows where the building used to stand before the mudslide swept it 50 m (164 feet) off its foundation.

Seyðisfjörður und Eskifjörður wegen Lawinen evakuiert

Die Lage im Küstenort Seyðisfjörður hat sich nach dem Abgang weiterer Schlammlawinen heute so verschärft, dass der Krisenzustand ausgerufen wurde und die Bevölkerung am Abend geschlossen evakuiert worden ist, berichtet Vísir.
Am Nachmittag gegen 16 Uhr hatte eine Schlammlawine ein Haus mitgerissen und dem Erdboden gleich gemacht.

Alle Gebäude der Stadt wurden heute geräumt. Die Bewohner sind nach Egilstaðir in ein Auffanglager des Roten Kreuzes gebracht worden. Nach Angaben von Þorhallur Árnason, dem Leiter der ostisländischen Polizei, seien die Evakuierungen problemlos verlaufen. Die Leute seien alle sehr kooperativ gewesen. Die meisten fuhren mit Privatauts und Bussen in die Nachbarstadt, einige hatten jedoch auch mit einem Boot abgeholt werden müssen, weil Schlamm ihnen den Weg versperrte. Diese Lawine war bis ins Meer abgerutscht.

Derzeit ist man damit beschäftigt, Übernachtungsplätze für die Betroffenen zu finden und für ihr leibliches und psychisches Wohl zu sorgen. Personen, die dringend zB Medikamente oder notwendige Gegenstände aus ihrem Haus benötigten, hatten dies mit Hilfe von Polizisten und Rettungsmitarbeitern erledigen können.
Die Hilfsmannschaft ist gross, inzwischen sind auch Polizisten und Mitarbeiter des Sonderkommandos aus Reykjavík eingetroffen, und im Hafen liegt das Küstenwachschiff Týr vor Anker. Die Feuerwehr arbeitet daran, Keller und Drainagen leerzupumpen, viele Häuser stehen unter Wasser.
Þorhallur zeigt sich mit der Zusammenarbeit der Einsatzkräfte sehr zufrieden.

Evakuierung nun auch in Eskifjörður
Auch in Eskifjörður musste der Gefahrenzustand ausgerufen werden, nachdem in den vergangenen 24 Stunde mehrere kleine Schlammlawinen die Berghänge heruntergerutscht waren. Nach Angaben von Víðir Reynisson, dem Leiter des isländischen Zivilschutzes, sind die Evakuierungsmassnahmen auch in Eskifjörður gut im Gange.
“Hier wird geräumt und wir ändern gerade etwas, das Auffanglager in Eskifjörður liegt innerhalb des Evakuierungsgebietes und wir müssen einen neuen Ort dafür finden, in der Kirche und im Kulturzentrum,” sagte Víðir in den Abendnachrichten.

Insgesamt seien alle Aktionen heute erfolgreich verlaufen. “Das geht sehr gut. Viele Leute sind von Seyðisfjörður nach Egilsstaðir gekommen, und die Räumung in Eskifjörður läuft auch gut, aber das ist natürlich eine Riesenaktion. Es passiert nicht jeden Tag, das ein ganzer Ort wie Seyðisfjörður evakuiert werden muss. Das ist sicher 25 bis 30 Jahre lang nicht vorgekommen,” sagte Víðir.
Bislang werde niemand vermisst. Noch sind nicht alle Bewohner von Seyðisfjörður eingetragen, doch arbeite man daran, um eine vollständige Personenliste zu bekommen.
Die Behörden rechnen anhaltender Lawinengefahr im Ostland, mindestens bis morgen, vermutlich aber für sie kommenden zwei Tage. Man hoffe dass der Regen nachlasse, doch auch da gibt es keine verlässliche Vorhersage.

Islands Staatspräsident Guðni Th. Jóhannesson sandte am Abend eine Grussbotschaft an die Gemeinde in Seyðisfjörður und beschwor den Zusammenhalt seiner Landleute bei dramatischen Ereignissen wie diesen.
Ein Hotel in Keflavík hatte bereits kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten über die Feiertage für betroffene Bewohner von Seyðisfjörður angeboten, die auf diese Weise Weihnachten mit Verwandten und Freunden im Südwesten verbringen können.

Im Nachrichtenlink gibt es ein Video, welches den Abgang einer der Lawinen zeigt.

 

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