Scrapie: Auch Schafe mit schützendem Genotyp müssen gekeult werden Skip to content
Photo: Dagmar Trodler.

Scrapie: Auch Schafe mit schützendem Genotyp müssen gekeult werden

Das Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Lebensmittel hat einen Antrag der Lebensmittel-und Veterinäraufsichtsbehörde MAST auf Ausnahmegenehmigung im Rahmen des Tierseuchengesetzes positiv beschieden, demnach dürfen nun Lämmer und Zuchttiere mit dem vor Scrapie schützenden Genotyp auch über die Seuchenschutzgrenzen in andere Gebiete verkauft und transportiert werden, berichtet das Bændablaðið.
Die Bestimmungen zur Bekämpfung der Scrapie, wenn also ein Tier positiv getestet wird, bleiben jedoch unverändert: erkrankt ein einziges Schaf oder eine Ziege an Scrapie, muss die gesamte Herde gekeult werden, ganz gleich ob Tiere in der Herde das schützende Gen tragen oder nicht.

Neues Regelwerk zu Seuchenschutz und Tiergesundheit in Arbeit
Die leitende MAST-Tierärztin Sigurborg Daðadóttir hatte vor zwei Jahren eine Überprüfung der Bestimmungen zur Scrapiebekämpfung angefertigt. In dem Jahr hatten sich mehrere Scrapiefälle ereignet, tausende Schafe im Norden des Landes waren daraufhin gekeult worden. Im Dezember 2021 wurde der Bericht an das Ministerium übersendet, wo nun an neuen Bestimmungen gearbeitet wird, nachdem sich herausstellte, dass auch in Sachen Tiergesundheit Nachbesserungsbedarf besteht.

Zucht mit schützendem Genotyp kann beginnen
Während die Schafzüchtergemeinschaft auf die Ergebnisse wartet, werden die wertvollen Schafe mit dem schützenden Gen über das Land verteilt, vor allem dort, wo ein Scrapieausbruch am ehesten zu befürchten ist. Diese Regionen geniessen einer Definition von MAST zufolge Priorität beim Verkauf der begehrten Zuchttiere.
Bislang sind 128 Schafe mit entweder dem ARR oder dem T137 Gen in Island gefunden worden. Vier Böcke werden ihren Dienst in der nationalen Zuchtanstalt beginnen, wo man imWinter dann Material für die künstliche Besamung bestellen kann: Gimsteinn, Gullmoli und Hornsteinn vom Hof Þernunes, sowie Austri vom Hof Stóra-Hámundastaðir.

In Europa schützt Genotyp vor Keulung
Züchterische Arbeit in Europa geht schon länger dahin, den Tierbestand mit schützenden Genotypen zu stärken. Im Allgemeinen gilt dort die Regel, dass man im Fall eines Scrapieausbruchs sofort die Genotypen der Tiere in der Herde überprüft, um die Infektionswahrscheinlichkeit einzuschätzen. Üblicherweise verschont man Schafe mit dem ARR-Genotyp, während Schafe ohne den Genotyp gekeult werden.
In Island werden alle Schafe gekeult, gleich ob sie den Genotyp tragen oder nicht. Damit ist es züchterisch nicht möglich, den Einfluss des Genotyps auf Bestand und Krankheit langfristig zu sichern, bzw. einen genetisch geschützten Bestand aufzubauen.

Scrapie ist bis heute unheilbar. Die Erkrankung kam vermutlich im Jahr 1878 durch Import eines englischen Schafbocks über Dänemark in den Skagafjörður, eine der noch heute am schwersten betroffenen Regionen Islands. In den 70ger Jahren war zwei Drittel des isländischen Schafbestandes erkrankt und musste getötet werden, seit 1986 gilt die Keulungsbestimmung, dass bei Auffinden eines einzigen erkrankten Tieres der gesamte Bestand vernichtet wird. Weil der Erreger auch Winter überdauert, müssen Züchter mehrere Jahre warten, bis sie wieder Schafe halten dürfen.

Weiterlesen (auf English): Good Breeding

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