Schülerin lanciert Petition "Weniger Eltern auf Klassenfahrt" Skip to content
Borgarfjörður eystri
Photo: Golli.

Schülerin lanciert Petition “Weniger Eltern auf Klassenfahrt”

Eine Schülerin der 10. Klasse in der Laugalækjaschule sagt, Lehrer hielten die schulischen Zügel jeden Tag in der Hand, daher spreche nichts dagegen, dass sie auch alleine mit den Schülern auf Klassenfahrt gehen. Die Schülerin hat daher eine Unterschriftenliste ins Leben gerufen, mit der gegen die grosse Zahl an Eltern auf Klassenfahrten protestiert wird.

Petition begann als Scherz
Unterschriftenlisten sind dieser Tage in aller Munde, nicht zuletzt seit inzwischen über 40.000 Isländer eine Petition unterzeichnet haben, um gegen den frisch eingesetzten Premierminister Bjarni Benediktsson zu protestieren. Auf der Webseite Island.is, die nur für in Island gemeldete Bewohner zugänglich ist, finden sich so allerlei Petitionen – unter anderem diese: „Weniger Eltern auf Klassenfahrt“.
Geschaffen wurde diese Liste von Saga Davíðsdóttir, der die vielen Eltern auf der Abschlussklassenfahrt in den Skagafjörður ein Dorn im Auge waren.
„Das fing alles damit an, dass ich von sehr vielen Kindern gehört habe, was da unnötig viele Eltern mitfahren wollten. Da wurden dann Witze gerissen, „sollen wir nicht eine Unterschriftenliste beginnen“, und da hab ich beschlossen, mich da dran zu geben,“ erzählt Saga.
Bislang haben rund 20 Leute unterschrieben, und Saga findet das erstaunlich, weil sie die Liste nirgendwo öffentlich gemacht hat.

Netter Jahrgang braucht keine Eltern
Interessant ist, wer auf Sagas Liste unterzeichnet hat. „Das sind Leute, die gar nicht in der Schule sind, das finde ich echt lustig. Ich weiss gar nicht wie die diese Liste gefunden haben, aber das ist wirklich witzig. Sehr lustig, dass die Leute meine Liste vielleicht gefunden haben, als sie sich in der Bjarni-Liste eintragen wollten.“
Der Jahrgang ist reich an Schülern, und auf zehn Schüler war ein Elternteil gekommen, das gerne mit auf Klassenfahrt gehen wollte.
„Ich finde das zuviel, und die anderen sind da meiner Meinung. Ich habe auch von Lehrern gehört, die das unnötig findet, weil wir als sehr netter Jahrgang gelten. Wir waren im Winter auf Klassenfahrt, mit nur fünf Lehrern und es gab keine Probleme.“

Schüler zahlen für die Eltern
Auch die Kosten für die Abschlussfahrt hätten eine Rolle gespielt, als sie die Liste startete, denn Eltern zahlen nicht für die Teilnahme, und damit steigen die Kosten für alle. Nicht jeder haben mal eben 60.000 Kronen für so eine Fahrt. In Island sammeln Schüler Geld mit dem Verkauf von zB Lakritz oder Toilettenpapier im Familien- und Freundeskreis, oder jobben in ihrer Freizeit, um die Reisekosten zusammenzusparen.
Saga hofft, dass ihre Unterschriftenliste ihr Ziel erreicht. „Und wenn nicht, dann kommen die Eltern halt mit und wir haben trotzdem viel Spass.“ sagt sie brav. Aber sie hat auch eine Botschaft an die Eltern, die sich vielleicht schon auf die Reise in den Skagafjörður freuen, und vielleicht noch einmal darüber nachdenken:
„Ihr seid sicher auch auf Abschlussklassenfahrt gegangen, als ihr in der 10. Klasse wart. Das würde sicher ganz viel Spass machen, euch dabei zu haben, aber am liebsten möchten wir es geniessen, einfach Teenager zu sein. Die Lehrer haben uns jeden Tag an der Leine, die werden es schon hinkriegen, das noch zwei weitere Tage zu tun.“

Sign up for our weekly newsletter

Get news from Iceland, photos, and in-depth stories delivered to your inbox every week!

* indicates required

Subscribe to Iceland Review

In-depth stories and high-quality photography showcasing life in Iceland!

Share article

Facebook
Twitter